Die Spielphasen von Steckbausteinen

In der Berliner Zeitung vom 21.12.2012 kam Dirk Engelshausen, Eurapa-Chef von Lego zu Wort. Dieser skizzierte die drei Spielphasen, wie sie die Kinder mit den Legosteinen durchlaufen, folgendermaßen [1]:

  1. In der Bauphase geht es darum, das Schloss – oder was auch immer – aufzubauen. Dabei erleben Kinder gemeinsam mit den Eltern eine schöne Zeit, die sonst meist knapp bemessen ist. Der Papa hockt sich mit auf den Boden, auch weil er selbst immer noch gern bastelt und baut. Ist das Schloss fertig, darf man stolz sein und die Kinder loben.
  2. Rollenspiele - Ich bin der König, du bist Aragorn, das Schloss ist groß und ganz schön unheimlich. Rollenspiele, wie Kinder sie immer und überall auf der Welt spielen.
  3. In der dritten, der Umbauphase, wird der Schlossturm sowieso von hier nach da verrückt, wie es gerade passt. Die Kinder können andere Spielsteine oder ganze Bauteile einbeziehen. Wir haben die Serien absichtlich so konzipiert, dass das geht. Man kann zum Beispiel umstandslos Wände eines Gebäudes herausnehmen und anderswo einbauen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind unendlich.

Die Lego-Modelle sind tatsächlich so komplex, dass sie ohne das Studium der Anleitung durch Erwachsene nicht aufzubauen sind. Die Bauphase der Miniautos dagegen habe ich als Kind allein durchleben können.

Die Umbauphase mag wie beschrieben noch funktionieren. Doch leise Zweifel sind angebracht. Was passiert nun nach der Umbauphase? Die sperrigen Verpackungen sind längst entsorgt. Nach einigen Wochen soll im Kinderzimmer wieder Platz geschaffen werden. Die Kunstwerke werden demontiert, und… - na klar, in die Kiste mit den anderen Legosteinen! Den Verbleib der Anleitung will ich hier nicht weiter verfolgen.

Links

  • [1] Jungs funktionieren anders, Interview mit Lego-Europa-Chef Dirk Engelshausen am 21.12.2012, zum Link