Monika Maron: Flugasche

Kapitel 5 - Abschnitt 01 Den Protagonisten der ersten beiden Werke ging es um Findung oder Wahrung ihrer Identität, ohne dabei von Selbstzweifeln sonderlich geplagt zu werden. Mit der Journalistin Josefa Nadler, die von der Redaktion ihres Wochenblattes zu einer Reportage nach B. geschickt wird, ändert sich das: Findung, Wahrung und drohender Verlust der Identität sind keine eindimensionalen Prozesse, die allein als Josefas Reaktionen auf die Einflüsse der Gesellschaft, insbesondere die berufsbedingten, gedeutet werden können. Ihre psychische Verfassung ist genauso wie ihre Lebensverhältnisse Auslöser für Selbstbewußtsein und Selbstzweifel in der Bestimmung dessen, was die Protagonistin die Übereinstimmung der “ideellen Biographie und ihrer tätigen Verwirklichung” (99) nennt.

5-02 Die Umweltproblematik tritt im Buch inhaltlich sehr schnell zugunsten anderer Fragestellungen zurück. Sie taucht erst wieder zum Ende des Buches mit der Verkündung des “Höchsten Rates” zur Stillegung des Kraftwerkes auf, um dort auch nur als Abschlußbild von etwas anderem zu dienen: der sozialistischen Demokratie und ihrer Willkürlichkeit. Die Charakterisierung der “Prinzipien der sozialistischen Demokratie” (48) geraten zügig in den Vordergrund. Naiv fragt Josefa einen Heizer, warum er sich nicht gegen das alte Kraftwerk wehre. Dieser nennt sich selbst eines “kleines Licht” (51) und verweist auf den Generaldirektor. Über den Vorwurf, dass er, der Heizer, die “ganze Demokratie verdirbt”, kann er nur lachen:

Seinen Generaldirektor könne der Minister mit ein paar Sätzen zur Ordnung und Disziplin rufen, ein Telefonat oder ein Brief, und dann ist Ruhe. Was soll ein Generaldirektor schon machen, wenn er Generaldirektor bleiben will? (51) 1

Der Heizer hat, so gesehen, nichts zu verlieren. Doch Josefa wird nie sicher erfahren, ob er bereit zum Handeln ist und einen Brief an den Minister schreiben wird. Der Heizer verunfallt Tage später tödlich.

5-03 Auch bei Josefas unmittelbarer Vorgesetzten in der Redaktion, Luise, begründet sich der Opportunismus ähnlich wie beim Generaldirektor. Ihr legt Josefa ihren ungeschönten Artikel vor und weigert sich, ihn zu retuschieren. Für Luise ist das aber der alltägliche Weg, denn “Zeitung ist so” (75).

Dann sei konsequent. Dann nutze die Entscheidungsfreiheit, die du hast. Geh in einen Betrieb, lern einen Beruf, von mir aus mach noch deinen Ingenieur. Intelligent genug bist du, jung genug auch. Kein Mensch zwingt dich, jeden Tag auch noch zu Papier zu bringen, was dir so zweifelhaft ist. (81)

Luise weiß, dass sie keine andere Zeitung als die geschönte machen kann, ohne die Gefahr einer Kündigung zu riskieren. Doch nicht nur ihr Alter hat ihre “Entscheidungsfreiheit” dahingehend beeinflußt. Was sie Josefa vorwirft, gilt uneingeschränkt auch für sie:

Du willst deine Privilegien behalten, und sei es nur das eine: eine Arbeit zu haben, die Spaß macht. Hör mal, Marx hat schon gewußt, warum er auf das Proletariat gesetzt hat und um Himmels willen nicht auf die Intellektuellen. Du hast eben mehr zu verlieren als deine Ketten. Da erträgt man das bißchen Unfreiheit schon, zumindestens leichter als den Verlust der Privilegien. (83)

5-04 Josefa faßt in lakonischem Spott zusammen: “Bitte, Genossin, wenn es dir nicht paßt bei uns, du kannst es gerne es gerne schlechter haben … “ (82) Zugleich spricht Josefa damit eine zweite Erklärung für Luises Opportunismus an. Letztere sieht im Blick in die schlechtere Vergangenheit lediglich eine Rechtfertigung für die unzureichend befriedigende Gegenwart. Als gäbe es nur diesen beiden Optionen zu bedenken, ohne jede Zukunft. Als Josefa Luise ihre schreckliche Vision von einem “perfekten System der Nivellierung” beschreibt, in dem die letzten Aufsässigen ausgestorben sind, antwortet Luise nachdenklich:

Aber ich muß das anders sehen, verstehst du. Ich habe den Faschismus erlebt. Eurer Grunderlebnis ist ein anderes, ich weiß. Ihr könnt die Vorteile des Sozialismus nicht an der Vergangenheit messen, die habt ihr nicht erlebt. Aber wenn du von einem perfekten System zur Nivellierung sprichst, muß ich dir sagen: das kenne ich unvergleichlich schlimmer. Für mich ist das, was wir hier haben, das Beste, was ich erlebt habe. (80)

Vielleicht hatte sich auch für Luise der Sozialismus als “die Hoffnung auf das Andere”2 dargestellt. Ist davon auch nichts geblieben, so ist der Topos ähnlich wie im Verhältnis Wülffs mit Huppel: Luise spricht für die Aufbaugeneration zur Jugend mit ihrer “revolutionären Ungeduld” (171). Für Josefa ist der “betriebene Sozialismus” zwar “deformierte Realität”, doch bindet sie als Sozialistin und Genossin noch immer ihre Hoffnungen an ihn. So muß sich im obigen Zitat - im Gegensatz zu Huppel und Wülff - die Ältere für ihren Opportunismus bei der Jüngeren rechtfertigen. Doch in der Struktur sind Marons und Loests Roman gleich: Josefa nimmt sich Luise zum Adressaten ihrer Gedanken, um sich ihres Handelns und somit ihrer Identität zu vergewissern.

5-05 Luise ist die einzige, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Josefa einsetzt. Mit allen anderen in der Redaktion ist wirkliche Kommunikation nicht möglich. Am wenigsten mit Strutzer, ihrem Parteisekretär und stellvertretendem Abteilungsleiter. Beim Treffen mit dem “zuständigen Genossen” wird sie zwar erhört, doch weiß sie vorher, dass es keine wahre Kommunikation sein kann:

Der zuständige Genosse hatte seine Entscheidung getroffen, exakt und unumstößlich hatte er sein Nein durch Strutzer übermitteln lassen. … Selbst Josefa wußte nicht, was es jetzt noch zu besprechen gab zwischen ihr und dem zuständigen Genossen. (164)

Der “zuständige Genosse” muß erkennen, dass es Josefa schon lange nicht mehr nur ums Kraftwerk geht. Es geht ihr ebenso um Strutzer. Wäre es im Kraftwerk die Aufgabe des Heizers und seines Vertrauensmannes gewesen, sich für die Wahrheit stark zu machen, so mußte es Josefas Aufgabe sein, den Kampf um das Schreiben der Wahrheit aufzunehmen. Das sie auch aus anderen Gründen gar nicht anders handeln kann, zeigt ihr ein Blick auf Luise:

Auch Luises Leben wurde bestimmt von einem Bekenntnis. Trotzdem waren für sie der ideelle Entwurf ihrer Biographie und seine tätige Verwirklichung nicht mehr eins. Luise war Kommunistin, und ihr ideelles Bekenntnis galt der Befreiung aller Unterdrückten und Ausgebeuteten. Als Ergebnis ihrer Arbeit lag aber Woche für Woche eine Zeitung vor, die ihr nicht gefiel und denen nicht, für die sie gemacht wurde… (99)

5-06 Das Schreiben der Wahrheit in einem repressiven System verknüpft sich für Josefa immer mehr an die Wahrung “des Identischseins mit ihrem Eigentlichen” (99). So macht Josefa sich ihrem Ärger, nie sie selbst sein zu dürfen, gegenüber Luise Luft:

Alles, was ich bin, darf ich nicht sein. Vor jedes meiner Attribute setzen sie ein ‘zu’: du bist zu spontan, zu naiv, zu ehrlich, zu schnell im Urteil… Ich soll mir abgewöhnen, ich zu sein. Warum können sie mich nicht gebrauchen, wie ich bin? (78)

Vom gesellschaftlichen Nivellierungsdruck - um ein vieles in der Parteigruppe potenziert - geht eine immerwährende Gefahr für Josefas Selbstverständnis als Individuum aus, weckt aber auch in ihr den Widerstandsgeist und stärkt ihren Willen zur Wahrung ihrer Identität. Sie will nicht wie Luise denken, deren Handeln auf dem schmalen Pfad zwischen Pragmatismus und Opportunismus immer mehr zum letzteren tendiert. Hatte Luise vor dreißig Jahren eigene Erfahrungen beim Aufbau machen können, hatte Josefa nur “gelernt, wer ihre Vorfahren waren: von Spartakus bis Saint-Just, von Marx bis zu den Antifaschisten gehörten alle Kämpfer in ihre Ahnenreihe. Dort war die Wurzel ihrer Absichten.” (100) D. h. ihre Absichten sind radikal-sozialistisch und nicht real-sozialistisch. Josefa ist immer noch im Marxschen Sinne davon überzeugt, dass Widersprüche und Persönlichkeiten, die auf sie hinweisen, die Entwicklung der Gesellschaft vorantreiben.

Ich will nicht den Anspruch aufgeben, mit den anderen leben zu können als die, die ich bin. Ich will nicht den Dialog mit ihnen abbrechen und in die Zukunft emigrieren. (111f)

Peter Peters betont Josefas Absicht, die Wahrung ihrer Individualität nicht von vornherein gegen das Kollektiv zu behaupten.

Ihre Klage (gegenüber Luise, d. A.) unterliegt auch der Spannung von gesuchtem Selbstbewußtsein und Orientierung am Kollektiv. Sie akzeptiert die ihr zugeschriebenen Eigenschaften, wehrt sich aber dagegen, dass sie als Charakterschwäche ausgelegt werden. Ihre Argumentation öffnet den Horizont ihres Anliegens: die Suche nach der Realisierbarkeit von Individualität als gesellschaftlicher Produktivfaktor. Darauf fußt auch ihre Angst vor der “Gewalttätigkeit industrieller Arbeit” (81) 3

5-07 Dass das Schreiben der Wahrheit für Josefa eng verknüpft ist mit der Wahrung ihrer Identität, deutet sich schon gegenüber ihrem Freund Christian an, der ihr vorgeschlagen hatte, doch zwei Varianten zu schreiben: “Die erste, wie es war, und deine zweite, die gedruckt werden kann.”

Das sei verrückt, sage ich, Schizophrenie als Lebenshilfe - als wäre kultivierte Doppelzüngigkeit weniger abscheulich als ordinäre. Ein zynischer Verzicht auf Wahrheit. Intellektuelle Perversion. (24f)

Wenig später ist sie sich bewußt, dass sie dieser Schizophrenie nicht folgen kann, und entscheidet sich für den einzig richtigen Artikel, der Wahrheit. “… ich kann nicht zwei Leben führen, ein legales und ein illegales.” (111)

5-08 Doch dass eine Lesart zu kurz greift, die sich lediglich auf Josefas Kampf um Wahrheit als exemplarischen Kampf für ein selbstbestimmtes Leben der Protagonistin konzentriert, macht Peters4 deutlich:

Literaturwissenschaftliche Kategorisierungen solcher Art, die den Romanverlauf darauf ausgerichtet sehen, dass Josefa aufgrund der negativen Erlebnisse zu einem “Bewußtsein ihrer selbst” (Grunenberg) gelangt , setzen sich allzuschnell über das dialektisch vermittelte Verhältnis von Individuum und Umwelt hinweg. Der Einzelne wirkt ebenso verändernd auf seine Umwelt ein wie die Umwelt auf ihn. Läßt man äußeren Einfluß, individuellen Anspruch und Verantwortung als Parameter dieser Dialektik außer acht, so erklärt man implizit Sozialisation zu einem einseitigen Applikationsprozeß. Daher greift eine Interpretation zu kurz, die von der Reportage über B. ausgehend die destruktiven Mechanismen analysiert, ohne die soziale und psychische Situierung der Hauptfigur zu berücksichtigen.

In der Tat zeichnen nicht für alle Faktoren, die für die Konstituierung einer Identität Josefas bestimmend sind, Strutzer und Genossen verantwortlich. Josefas Eigenschaften und Ansichten z. B. über Vorbilder, Partnerschaft und Privatleben sollen deshalb im folgenden Berücksichtigung finden.

5-09 “Das Eigentliche, nach dem sie suchte, war die ihr gemäße Biographie, einmalig und für keinen anderen passend als für sie.” (99) Keine Biographie ohne Kenntnis und Bewußtsein der Vergangenheit. Die Ich-Erzählerin Josefa liefert in bester Tradition einer quasi-autobiographischen Ich-Erzählung zu Beginn eine Selbstvorstellung. Erzählt wird aus der Perspektive des Kindes Josefa, ironisch gebrochen durch die Erwachsene. Im Mittelpunkt steht Josefas polnisch-jüdischer Großvater Pawel, der im Gegensatz zur preußisch-vernünftigen Familie ihres Vaters “verrückt” war. “Verrücktheit” ist für das Kind Josefa Chiffre für Unangepaßtheit und Freiheit. Sie “beschließt an einem Tage gegen Ende ihrer Kindheit die Charaktereigenschaften vom Großvater Pawel geerbt zu haben.” (vgl. 8) Der Großvater wird beschrieben als spontan, verträumt und jähzornig. In ihrer Phantasie wird er außerdem noch musisch, heiter und ängstlich. Die Verwandtschaft mit ihrem Großvater auch in der Angst (vgl. 12) zu akzeptieren, gelingt ihr erst später in einer Situation des Ausgegrenztseins. Die “Machtsucht primitiver Gemüter läßt sie erzittern” (vgl. 12). Doch läßt sie diese auf bestimmte Personen bezogene Angst wie z. B. auf Pförtner oder kinderverjagende alte Frauen tätig eingreifen. Sie ist - wenn auch jähzornig - in der Lage, sich zu wehren. Anders ist es mit der unbestimmten Angst, die “ein großes finsteres Loch um sie reißt.”

Der Großvater fürchtet das Kornfeld, in das er getrieben wurde. Was habe ich zu befürchten? Das Bett, in dem ich sterben werde. Die Leben, die ich nicht lebe. Die Monotonie bis zum Verfall und danach. (12)

dass diese Angst nicht konstruiert ist ähnlich einer midlife crisis bei Simrock, offenbart sich dem Leser im zweiten Teil des Buches, wo “ihre unspezifischen Lebensängste eine handlungshemmende Wirkung zeigen. Letztere wird im Laufe des Romans immer mehr zu einer Lebenskonstanten, die ihr Handeln latent bestimmt.”5 In dem ein wenig metaphysisch anmutenden Prolog stellt sich Josefa als widersprüchlicher Charakter dar, der sowohl Kraft aus der Vergangenheit schöpft als auch in ihr die Quelle ihrer Ängste vermutet.

5-10 Zerrissen erscheint Josefa auch im Privatleben. Sie ist geschieden und will fortan allein leben. Sie will nicht mehr gefragt werden “wasdenkstdu, woherkommstdu, wohingehstdu, wannkommstduwieder, warumlachstdu. Ich wollte kein siamesischer Zwilling sein, der nur zweiköpfig denken kann, vierfüßig tanzen, zweistimmig entscheiden und einherzig fühlen.” (22) Wenn sie über Ehe spricht, dann nur über das “Vierbeinerdasein” (131), der Ehemann heißt in ihrer Sprache “Meinmann” (22). Das Vierbeinerdasein hat sie auf ein Minimum beschränkt, auf den Vorzug des “Meinmanns” verzichtet sie jedoch nicht völlig: Ihrem Freund Christian kann sie ihre verheulten Augen zumuten, bei ihm sucht sie Trost nach ihrer Fahrt nach B.. Christian ist ebenfalls geschieden. Geliebt hat er jedoch nur Josefa. Er war da “als Ersatz” (23) für eine unerfüllte Liebe Josefas zu einem anderen.

5-11 Für Josefa gibt es nur drei Menschen, “von denen sie sicher annahm, dass sie mit ihrem Eigentlichen identisch waren.” (99) Neben den Großeltern gehört dazu der Vater Christians, Werner Grellmann.

Aber ich nahm ihn (Christian, d. A.) an als etwas Sicheres, Schönes, das es für mich auf der Welt gab. Vergleichbar mit einer Mutter oder einem großen Bruder. Zu Beginn unserer Freundschaft ging dieses Gefühl der Geborgenheit nur mittelbar von Christian aus. Mich faszinierte die intellektuelle, kultivierte Atmosphäre des Grellmannschen Haushalts. (38)

Werner Grellmann verläßt bald die Stadt und Josefa konzentriert ihre Erwartungen auf Christian. Dieser ist ihr Trostspender durch seine bloße Anwesenheit. Er soll ihr das “Gefühl der Geborgenheit” vermitteln und wird so auf eine Funktion reduziert. Diese Art der Geborgenheit wirkt bis in ihr Sexualleben hinein.

Es hätte Zufall sein können, dass unter den Männern, die sie näher kannte, kein Arbeiter war. Aber es war kein Zufall. Wenn sie in den Betrieben, durch die sie seit sechs Jahren fuhr, die breitschultrigen, muskulösen Männer gesehen hatte, die körperliche Sicherheit, mit der sie riesige Werkteile durch die Halle dirigierten, die von dicken Adern durchzogenen Unterarme, hatte sie sich manchmal vorgestellt, wie es wohl wäre, unter so einem Körper zu liegen, was er wohl sagen würde… Sie war nie auf die Idee gekommen, es einfach zu machen. Sie hatte Angst, eine gewohnte Verständigungsebene zu verlassen, sich einem Wertesystem auszusetzen, das ihr fremd war, patriarchalische oder kleinbürgerliche Moralsprüche hören zu müssen, ohne zu wagen, darüber zu streiten, wie sie mit Christian darüber gestritten hätte. (141)

5-12 Josefas und Christians Liebesleben fängt für Josefa ambivalent an. Christian will wie in fünfzehn Jahren Freundschaft gewohnt, für zwei das Bett herrichten, doch Josefa verspürt Sehnsucht nach körperlicher Wärme. Trotz dieser Sehnsucht und noch bevor Christian sie berührt, fühlt sie sich schon mißbraucht.

Das ist nicht mehr Christian, das ist ein Mann, fremd wie andere. Gleich werden seine Hände prüfende über Haut und Fleisch fahren, ob sie den allgemeinen Ansprüchen auch standhalten, wird er auf Höhepunkte warten und wird, bleiben sie aus, das Prädikat frigide oder anorgastisch registrieren. (26)

Seit dieser gemeinsam verbrachten Nacht muß sich Josefa jedesmal neu fragen, wen sie besucht: “den alten zuverlässigen Freund oder diesen neuen Christian mit den warmen, kräftigen Händen.” (37) Zur zweiten Liebesnacht der beiden kommt es bei der Übernachtung bei einem Freund Christians.

Jetzt mußten sie die Nacht kartenspielend auf dem Bettrand verbringen, oder sie würde Christian bis zum Morgen zwischen den Schenkeln haben, bis er die Angst, die der Tag in ihr hinterlassen hatte, aus ihr herausgepumpt hätte. (113)

Wieder ist für Josefa nach bedrohlichen, angsteinflößenden Tagen der Beischlaf mit Christian wichtig. War es ihr so beim ersten Mal schon gelungen, die Stadt B. und Luise zu vergessen, vergißt sie in dieser Nacht in einer “Sexualimagination” (Peters) ‘sich selbst’: Ein Tintenfisch treibt mit ihr über den Ozean und erhebt sich mit ihr anschließend in den Himmel. Ihr wachsen auch Flügel… “Ich bin ein Tintenfisch.” (114) Im Rückblick auf diese Nacht, “in der sie Kreatur gewesen ist in einer Welt ohne Illustrierte Woche” (155), erscheint ihr alles, was mit ihrem Beruf zusammenhängt, als “absurd” (155) und extra dafür ausgedacht, dass sich die Menschen mit Dingen “außerhalb ihres natürlichen Lebens” beschäftigten.

Der letzte Teilsatz des auktorialen Erzählers könnte Josefas Zweifel andeuten. Zumindestens macht er es dem Leser schwerer, in den Imaginationen einen Kraftquell für ihr Leben am Tage zu vermuten. Eher ist es eine Flucht vorm Leben.

5-13 Ihre Beziehung bleibt eine lockere, ohne Verpflichtungen.

Sie verhielten sich zu einander zwanglos und vertraut… Nur abends, wenn sie sich in Josefas breites Bett legten, verwandelten sie sich in sprachlose Wesen, in fliegende Tintenfische… vergessen, wer sie waren, schweigen, um sich nicht zu erin-nern, dass unter ihnen nicht der Ozean war. Ihr gemeinsames Leben war streng unterteilt in Tag und Nacht, in Freundschaft und Ekstase. (154f)

Vom Freund Christian kann sie keine Hilfe beim Schreiben der Wahrheit und bei ihren naiven Vorstellungen über sozialistische Demokratie erwarten. Da er weiß, dass sie nicht kündigen will, gibt es für ihn auf der Parteiversammlung für Josefa nur eine Lösung:

»Hör dir wenigstens die Vorhaltungen an, ohne zu widersprechen, und sag zum Schluß, du siehst es ein«, sagte er und zitierte einen seiner Lieblingssätze: »Es ist nicht wichtig, recht zu haben, sondern recht zu behalten.«

Bis zum Ende des Buches hofft Josefa auf die stützende Funktion Christians am Tage wie in der Nacht. Sie würde keine Psychotherapie wie ihr Kollege Jauer machen müssen, um “in sich selbst zu ruhen”, “glücklich und blöd” (223).

5-14 Erst in einem Traum erlangt sie Aufschluß über den Charakter ihrer Beziehung zu Christian. Darin erscheinen “zwei Menschen, die ihr bekannt vorkamen”: eine Frau in ihrem Glauben an den “Ozean” und ein Mann, “der nicht so weit gehen kann” (210f). Die Frau will zum “Ozean”, doch der Mann hat nur ein Bein. Sie bleibt bei ihm, hat aber wegen seines Defekts keine Lust zum Sex. Erst als sie erblindet, “stößt sich der Mann tief in die Frau” (210). Der Akt endet mit dem Tod der Frau. Am Tage befällt Josefa Panik vor der Vorstellung, Christian könnte sie verlassen. Ebenso war noch zuvor die sexuelle Erfüllung bei Christian ihr das Wichtigste und Schönste in der Beziehung. Wie läßt sich dieser Traum einordnen? Ausgelöst wurde er durch Josefas Vorstellung, dass Christian

“sie bekämpfte, nein, nicht sie, … nur ihren Körper, der er ihr heimlich gestohlen hatte und ihn bekämpfte, bis er ihn besiegt hatte, unterworfen; bis er nur noch ihm gehörte und Christian sich wieder an Josefa erinnerte…” (213)

Christian fühlt sich durchschaut und fragt: “Woher kennst du diese Wut?”. Diese Wut, welche Formen sie “in den animalischen Abgründen” (S. 50) auch annehmen mag, kennt oder ‘ahnt’ man nur, wenn man sie ebenso in sich spürt. Nachdem Josefa Christian diesen Traum geschildert hat, ist dieser nicht mehr in der Lage, sich Josefa unbefangen sexuell hinzugeben. Der letzte Beischlaf ist “anders als in den anderen Nächten” (vgl. 225), voller “Wehmut”. Indem Josefa über das Sexuelle der Beziehung spricht, macht sie selbige unmöglich. Christian zieht sich immer mehr aus der Beziehung zurück, ist nicht mehr bereit, ihr zu helfen. Auf ihren Tablettenkonsum reagiert er mit der “Hilfe” eines Psychiaters. Sie müssen sich eingestehen, dass sie beide nicht gefunden haben, was sie im anderen erhofft hatten: Stärke. Christian sagt zu Josefa: “… du warst anders, du warst souveräner, stärker. Das war es, dafür habe ich dich gemocht.” (239) Er hatte sie für all die Dinge gemocht, zu denen er durch sein Taktieren nie in der Lage gewesen wäre. Doch scheinbar war er sich auch nie Josefas Zerrissenheit und Zweifel dabei bewußt. Ihm ist jede Illusion von Josefas Stärke genommen und er trennt sich von ihr. Umgekehrt kann man den Traum Josefas dahingehend deuten, dass sie bei Christian einen Defekt erahnt, den sie im Wachzustand nicht zu erkennen vermag: fehlende Souveränität und Stärke. Josefa macht ihm keine Vorwürfe.

Nein, es war kein Zorn in Josefa, nicht auf Christian, nicht auf sich selbst. Eher Verwunderung, weil endlich geschehen war, was hätte geschehen müssen. Wie nach physikalischen Gesetzen, dachte sie… Wir reagieren genau, mit fataler Berechenbarkeit. (241)

5-15 Beide nährten sich und die Beziehung aus einer Illusion. Die Flucht in die Nachtphantasien konnte auf die Dauer nicht darüber hinwegtäuschen, dass der eine vom anderen nicht “betroffen war” (vgl. 187), nicht wirklich am Leben des anderen teilhaben wollte. Simrock will seine Lebensgefährtin Antonia mit “pädagogischen Eifer erziehen”. Dies ist auf dem zweiten Blick aber auch Ausdruck seiner Nähe zu ihr, des “Betroffenseins” am anderen. Josefa und Christian akzeptieren sich, wie Freunde es tun, mit gegenseitiger Nichteinmischungspolitik. Setzt man Josefas Scheitern im Privatleben mit ihrer Angst vor dem “Vierbeinerdasein” in Verbindung, so kann man ihr fatalistisches Hinnehmen der Trennung als Versuch der Wahrung der Identität im privaten Bereich betrachten. Josefa selbst vollzieht nie eine Trennung in öffentliches und privates Leben. Sie ist von ihrem Totalitätsanspruch förmlich besessen, so dass sie von den Auseinandersetzungen des Berufs im Privatleben, sieht man von den kurzen Glücksmomenten der Nächte ab, keine Kompensation und Relativierung erfahren kann. Nach der ersten Parteiversammlung fängt Josefa an, sich darüber Gedanken zu machen.

Damals hatte Josefa zum ersten Mal begriffen, was die Leute meinten, wenn sie von ihrem Privatleben sprachen. Sie hatte bislang nie verstanden, wo die geheimnisvolle Grenze zwischen einem privaten und einem anderen Leben verlaufen sollte… Mein Mann, deine Frau, meine Sache, deine Angelegenheit, eine besondere Art von Leben, nur mittels besitzanzeigender Fürwörter beschreibbar, Privateigentum, Betreten verboten, Vorsicht, bissiger Hund. Josefa hatte weder ihre Ehe noch ihr Kind als etwas ansehen können, das zu trennen gewesen wäre von ihrem Leben mit Luise oder Hodriwitzka oder Strutzer. (208)

Doch es wird ihr nicht gelingen. Sie kann sich solch ein Leben nur als ein schizophrenes vorstellen.

Sie würde sich einreihen in die Stummen, scheinbar Hirnlosen, die mit leeren Gesichtern das Ende der Referate und Diskussionen abwarteten. … nur abends würde sie sich an Christian vergewissern können, dass sie trotzdem noch immer die alte war. Sie müßte sich die Sätze, die sie früher gesagt hatte, wieder sprechen hören, und sie müßte wissen, dass sie einer sie hörte außer ihr. Abend für Abend würde sie den Authentizitätsbeweis antreten müssen, um nicht zu vergessen, wer sie war. (238)

5-16 Genauso ist ihr auch ein Planen oder gar Taktieren in der Redaktion fremd. “Sie konnte keine Antworten, Reaktionen, Telefongespräche kalkulieren wie die Zutaten einer Suppe. Sie wußte nicht, was Strutzer als nächstes tun würde und was sie darum als übernächstes tun mußte.” (192) Simrock als Vernunftsmensch sieht im Rückblick ebenso wie Josefa, dass die Dinge um ihn herum eine Eigendynamik entwickelt hatten, doch wußte er die Wirkungen seines Handeln besser einzuschätzen. Das ging so weit, dass er in den Ferien physische Arbeit an sich ausprobiert als mögliche Konsequenz einer befürchteten Kündigung. Zu Hilfe kam ihm der Umstand, dass er sich relativ unpersönlichen Behörden und deren Marionetten gegenübersieht. Josefa ist aufgrund ihrer Gefühle - besonders in ihrem Haß zu Strutzer - weniger in der Lage, Abstand von allen Ereignissen zu finden und sie auf das wirkliche Maß zu reduzieren. Simrock durchschaut das infantile Ritual der Selbstkritik und stellt es als solches bloß. Josefas Fernbleiben von Strutzers zweiter Parteiversammlung sprengt nicht den Rahmen der infantilen, herabwürdigenden Degradierung eines erwachsenen Menschen. Es ist u.a. auch als Trotzverhalten des unverstandenen Parteikindes denunzierbar.

5-17 Josefa gibt sich am Tage von Zeit zu Zeit ihren Flugphantasien hin. Auch das Ikarus-Motiv findet dabei Verwendung. Zu diesen Phantasien und Josefas Träumen im Schlaf bemerkt Antonia Grunenberg:

Die Flüge stellen in der Dramaturgie des Romans den Konterpart zu den Träumen dar. Die Träume sind Alpträume. Sie bringen schmerzliche Selbsterkenntnis. Die Flüge sind Lust und bringen Erholung für die geplagte Psyche. Sie sind Kraftspender, weil sie bestätigen, welche Phantasie, welche ungewöhnlichen Begabungen in der flugsüchtigen Frau liegen. 6

Die Flugphantasien sind Produkte der Schwierigkeiten in der Redaktion, und durchaus vergleichbar mit dem Alkoholkonsum ihres Redaktionskollegen Fred Müller und der Psychotherapie Jauers. Die Flucht ist aber nur von kurzer Dauer und die Landung wird entsprechend immer härter. Nach dem Gespräch mit dem “verantwortlichen Genossen” fühlt sich sie sich zu müde, um zu “fliegen”. Selbst zum Alex wird sie “laufen müssen” (173). Andererseits wird ein Phantasieszenario ihr zum Anlaß, zu handeln. Sie “erlebt”, wie ein schwarzer Vogel flügelschlagend lautlos zu Boden fällt, während für eine schwarze Limousine der Verkehr abgeriegelt wird und diese vorbeirauscht (176). Die Vision gibt ihr die Kraft, sofort einen Brief an den Minister wegen des Kraftwerks in B. aufzusetzen.

5-18 Zu Jurek Beckers Schlaflose Tage schrieb Michael Zeller 1978, dass “die schriftstellerische Weiterentwicklung zunächst einmal von dem persönlichen Mutbeweis des Autors in den Schatten gestellt wird.” Für Zeller lasen sich “Romanfiktion und Wirklichkeit wie ein Palimpsest”7 Viel größer ist die Versuchung bei Maron: sowohl die Autorin als auch ihre Protagonistin waren Journalisten in einer Redaktion am Alexanderplatz. Die Ich-Erzählerin im ersten Drittel des Romans hinterläßt nur einen geringen Eindruck von Mittelbarkeit des Erzählten und kommt der Identifikation des Lesers mit der Heldin Josefa entgegen. Das ändert sich, wenn kurz vor dem zweiten Teil die Person des Erzählers zum auktorialen bzw. personalen Erzähler wechselt. Maron sagte später zu Flugasche, dass “es einfach ein Losschreiben war, ohne irgendwelche ästhetischen Überlegungen.”8 Vielleicht kann man diesen Erzählerwechsel als Versuch der Autorin deuten, Abstand zur Protagonistin zu gewinnen. Erzähltechnisch bieten sich ihr nun mehr Möglichkeiten, Josefas Taten und Gedanken zu kommentieren und relativieren. Dies geschieht auch in einigen Fällen mit einem Wechsel des point of view auf Christian:

Christian litt unter Josefas Depression, für die er keine ausreichende Erklärung fand… Ihr Brief an den Höchsten Rat war einfach lächerlich. Josefa Naivität, infantiler Unberechenbarkeit oft bedrohlich nah, hatte ihn früher schon amüsiert oder geärgert, je nach Grad der Ignoranz, den er darin wahrnahm. (190)

Doch sonst verbleibt die Erzählperspektive bei Josefa, was den Wechsel des Erzählers nach dem ersten Drittel des Romans weniger abrupt erscheinen läßt.

5-19 Der zweite Teil des Romans startet programmatisch. “Es häuften sich die Träume, die in Josefa aufstiegen, sobald sie einen Fluchtweg fand aus den vielen Reden, die um sie herum geführt wurden.” (145) Flugphantasien und Träume folgen in immer kürzeren Abständen. Trotz der Möglichkeit der Traumdeutung vermag ein Rezipient Träume anderer nur schwer in Kausalitätszusammenhänge stellen. Sie werden als autonom empfunden und ihre Interpretation als schwierig, da mehrdeutig. Beinahe ganz ausgeschlossen ist die Möglichkeit der Identifikation mit dem Traum eines anderen Menschen. Erzähltechnisch könnte man die geringe Identitätswirkung der Träume mit Stanzels Überlegungen zu “Unbestimmtheitsstellen bei Reflektorfiguren” vergleichen.

Bei einer Reflektorfigur sind Erzählvorgang und Motivation zur Selektierung des Dargestellten nicht thematisiert, damit wird dem Leser auch jede explizite Information über die Kriterien des Dargestellten vorenthalten. Die Selektion des Dargestellten ergibt sich hier primär aus der Perspektive der Darstellung. Durch die meist scharf fokusierte Perspektive einer Reflektorfigur wird ein Sektor aus der fiktionalen Wirklichkeit herausgelöst und in der Darstellung so ausgeleuchtet, dass alle für die Reflektorfigur wichtigen Einzelheiten erkennbar werden. Außerhalb dieses Sektors aber herrscht Dunkelheit, Ungewißheit, erstreckt sich eine große Unbestimmtheitsstelle, die nur da und dort durch Rückschlüsse des Lesers aus dem ausgeleuchteten Sektor punktuell ausgeleuchtet werden kann. Es fehlt bei diesem Darstellungsmodus die Instanz, die den Leser darüber aufklären könne, ob außerhalb des durch die Wahrnehmung der Reflektorfigur ausgeleuchteten Sektors der fiktionalen Wirklichkeit etwas existiert, was von Belang für das dargestellte Geschehen sein könnte. Der Leser ist in dieser Frage auf Gedeih und Verderb der Reflektorfigur und ihrem existentiell begrenzten Wissens- und Erfahrungshorizont ausgeliefert.9

5-20 Erst nach zwei vergeblichen Hilfeanrufen entscheidet sich Josefa, der intriganten Parteiversammlung fernzubleiben. Das Schlußbild zeigt eine alleingelassene, unter Tabletteneinwirkung hilflos wirkende Josefa, in ihrem Bett zurückgezogen. Für Antonia Grunenberg findet Marons Hauptfigur “ihre Heilung in der Besinnung auf einen selbstmitleidigen Narzißmus”10 . Ob es sich als “Heilung” im wahrsten Sinne des Wortes erweisen kann, läßt der Schluß offen. Josefa hat in geradezu solipsistischer Unnachgiebigkeit ihre moralische Integrität bewahrt. Ob sie damit zu einer Identität gefunden hat oder die ihre gewahrt hat, ist fraglich. Marons Buch ist das erste der hier besprochenen, das eine Identität um ihrer selbst willen als fragwürdig problematisiert. Josefa kann sie wahren gegenüber anderen, oder finden trotz der anderen, im Wechselspiel mit der Gesellschaft. In der Isolation ist das Identischsein mit sich selbst als Fragestellung obsolet. Peters kommt zu dem Schluß, dass Josefa durch ihr “Rückzugsgebaren Subjektwerdung unmöglich macht.”11

1 Monika Maron: Flugasche, Frankfurt/M. 1991 (Fischer Taschenbuch), alle Zitate folgen dieser Ausgabe
2 vgl. Zitat Heiner Müllers auf S. 21
3 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 145
4 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 145
5 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 141
6 Grunenberg, Antonia: Aufbruch der inneren Mauer. Politik und Kultur in der DDR 1971-1990, Bremen 1990, S. 215 
7 Zeller, Michael: Geschichte eines doppelten Scheiterns. In: literatur konkret, H.2, Frühjahr 1978, S. 40
8 Hamether, Michael: Von Tätern, die zu Opfern wurden. Gespräch mit Monika Maron. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 51/92, 26.6.92, S. 43
9 Stanzel, Franz K.: Theorie des Erzählens, Göttingen 1995, S. 204
10 Grunenberg, Antonia: Aufbruch der inneren Mauer. Politik und Kultur in der DDR 1971-1990, Bremen 1990, S. 215 
11 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 151