Erich Loest: Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene

Kapitel 3 - Abschnitt 01 Der Titel weist auf das Thema: den Alltag. Für “räumlich und zeitlich Entfernte” wird die Einfühlung des Lesers durch ein Motto sofort nachgereicht: “In … »Es geht seinen Gang« lagen gleichermaßen die Gewißheit geschichtlichen Fortschritts wie die Kapitulation vor der Robustheit des Schlendrians.”1 Die Darstellung der Arbeitswelt, so deutet letzteres an, soll dabei nicht fehlen. Eine Synopse wäre schnell zur Hand:

Wolfgang Wülff (26) aus Leipzig, Ingenieur in einem metallverarbeitenden Betrieb, hat “eine hübsche Frau und eine neue Wohnung und ein quickes Kind” (G 30). Seine Frau projiziert ihren Ehrgeiz in seine Person: sie drängt ihn, ein qualifizierendes Fernstudium aufzunehmen, was er jedoch ablehnt. Die Ehe zerbricht. Wülff findet eine neue Frau, doch die Ziele sind mit einer besseren Wohnung und einem “Trabbi” schon gesteckt…

3-02 Es ist die quasi-autobiographische Erzählung des Wolfgang Wülff, der sich und dem Adressaten seiner Gedanken, den Genossen und Arbeitskollegen Huppel, glaubt, Rechenschaft ablegen zu müssen über sich und somit die Geschehnisse des letzten Jahres. Und das bedarf keiner weiteren Erklärung. Denn der Ich-Erzähler wie hier Wülff nimmt teil am Geschehen und vermittelt dies zugleich. Er hat einen “Leib”: d. h. für ihn entspringt das Erzählen einer existentiellen Motivation. “Mit anderen Worten, die Vollendung des Lebens eines Ich-Erzählers wird erst mit der Vollendung des Erzählaktes erreicht.”2 Wülffs Erzählmotivation ist das “Bedürfnis nach ordnender Überschau und Sinnsuche”.

Moritz, Bianca, Jutta natürlich, Steinchen für Steinchen - wie sollst Du mich begreifen, wenn du nicht jede Kleinigkeit kennst? Ich möchte, dass du von mir eine gute Meinung hast, oder, nun gehe ich ein Schrittchen zurück, dass du einsiehst, warum ich nicht bin, wie du warst und wie du mich haben möchtest. (13)

3-03 Was den Erzählanlaß betrifft, so muß der Leser den Helden und Erzähler Wülff ganz vertrauen; gewiß ist, dass er einen haben muß. Doch ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit, dass ihn geprägt hat und prägen wird, erzählt er recht bald: den Besuch eines verbotenen Beatkonzerts im Jahre 1965. “Bereitschaftspolizisten mit gezogenem Knüppel” (19) und Hunden jagten die Teilnehmer durch die Gassen. Wülfi wird von einem volkseigenen Hund gebissen, der seinen naiven Vorstellungen nach nur Imperialisten hätte beißen dürfen.

Auf einmal war ich Feind (20). … Vor der Schlacht auf dem Leuschnerplatz war die Welt für mich sauber eingeteilt. Der Feind stand im Westen; die Amerikaner bombardierten Vietnam, Kiesinger war Faschist. Nun biß mich einer unserer Hunde, der eigentlich einen Ami hätte beißen sollen… (23)

Wieder im inneren Monolog an Huppel adressiert, schildert er die Folgen dieser Bekanntschaft mit der Staatsmacht für sich:

Damals war ich überzeugt, ich würde mich vor allem rächen wollen, heute weiß ich, dass ich als gebranntes Kind das Feuer scheute und die Streichhölzer dazu. (24)

3-04 Noch eine andere Erfahrung mag wichtig für ihn gewesen sein. Ausgerechnet seine Gefährten Jogi und Hoschko, die noch lauthals verkündet hatten, ebenfalls zum (Demonstrations-)Konzert zu kommen, lassen ihn im Stich. Er, der sich zuvor ablehnend der Sache gegenüber geäußert hatte, ist am Ende der einzig Handelnde. (vgl. 16) Daß es mit der Solidarität der Menschen “nicht weit her ist”, hat er früh lernen müssen. Ist der Roman von einem lockeren, kolloquialen Erzählgestus geprägt, so ist es diese Episode, die “Schlacht vom Leuschnerplatz” (23), ganz besonders. So wird sie als die “glanzvollste Passage”3 des Roman gesehen. Die “Schnoddrigkeit… tradiert den amerikanischen Roman, Selby oder C. Bukowski.” 4

3-05 Der Leser kann in dem “gebrannten Kind” kaum noch einen Helden wie “Superman Kortschagin” (15) erwarten, doch versucht der Erzähler, die Spannung zu erhalten, wenn er räsonniert, “ich glaubte, mit einem Schluck unter Männern ließe sich aller Ärger aus der Welt schaffen. Heute weiß ich, dass das nur die Hälfte des Problems war.” (24) Zudem kündigen die Äußerungen seiner Selbstzufriedenheit wie “Meine Welt war heil” (67) die nahende Katastrophe schon an. Derweil richtet er sich in seiner AWG-Welt mit Schrankwand und Radiolämpchen ein. Letzteres ist für ihn ein Symbol für Geborgenheit, aber auch für Angepaßtheit (8,10, und Schlußsatz): eben “genormte Gemütlichkeit” (106).

3-06 Der Polizeihund knurrt sich leitmotivisch durch Wülffs Erzählung. Er ist für ihn Synonym für ein Grunderlebnis, für den Dämpfer, den Vater Staat scheinbar erfolgreich für jeden Untertanen bereithält. Der blinde Historiker (!) Wilfried Neuker sträubt sich, zur Luftkriegsgeschichte des Zweiten Weltkrieges ein Vietnam-Bombardement-Kapitel anzuhängen. So denkt sich Wülff:

Ein Biß in den Hintern bleibt keinem erspart, je eher du ihn abkriegst, desto besser ist es, das bewahrt dich vor dußliger Spinnerei. Auch du, Wilfried Neuker, wirst diese Erfahrung nicht umgehen, bloß: Je älter du bis dahin wirst, desto härter trifft´s dich. (36)

Später muß Wülff gegenüber Huppel erkennen, dass fast jeder ein traumatisches Erlebnis hat, sei er nun aus der ‘Aufbaugeneration’, oder wie Wülff und Neuker aus der der “mit der DDR Gewachsenen” (188):

Wilfried hat seine Bomber, dachte ich, du hast deinen Stalin, ich hab meinen Hund. (126)

3-07 Spöttisch nennt Wülff den Hund, der ihm als Freund und Helfer die richtige Richtung wies “einen nichtantagonistischen Hund.” (36) Daß die zurecht bespöttelte Sprache der SED-Ideologen einen ernstzunehmenden Hintergrund hatte, sieht Andrea Jäger:

Für das an seinen Erfolgsmaßstäben gemessene Mißlingen der Produktion hatte der DDR-Staat eine politische Interpretation zu bieten. Nicht als antagonistisch sollte man diese Gegensätze begreifen, sondern als nichtantagonistische, durch entsprechende Handhabung also aufhebbare. Die Zufriedenheit des Staates mit seiner Produktionsweise drückte sich in dieser Kritik als Gewißheit aus, eigentlich über alle Mittel zu verfügen, die Ökonomie erfolgreich und effektiv zu gestalten, weshalb es lediglich vom Gebrauch der Mittel abhängen sollte, ob sich die gewünschten Resultate einstellten. Die Unzufriedenheit hatte somit einen Adressaten: die Subjekte, die von den staatlichen Mitteln nicht den richtigen Gebrauch machten und so die gewünschten Ergebnisse vereitelten.5

3-08 Demnach hätte ein jeder DDR-Arbeiter viel zu tun. Zahlreiche Bewährungsproben, intellektuelle wie physische, gäbe es zu bestehen. So schreibt das Kulturpolitische Wörterbuch, dass “die sozialistische Persönlichkeit sich vor allem in der Arbeit für die sozialistische Gesellschaft und in den verschiedenen Formen sozialistischer Kollektive entwickelt.”6 Wülffs Arbeitswelt lernt der Leser in der Hauptsache über die “Spinnstunde” (44), der perspektivischen Beratung des Kollektivs mit Grosser als Leiter kennen. Dort erzählt Wülff die Einzelheiten und sinniert über Kollegen und die Arbeitsbedingungen. Im Zentrum dieser Überlegungen stehen Grosser und die Entwicklung des Exportartikels des Betriebes. Über letzteres, im Jargon “Mimik” (8) genannt, ist er eng mit Huppel verbunden.

3-09 Grosser, um die fünfzig und sechsfacher Aktivist, “hatte ein halbes Jahr in der Klapsmühle gelegen, dort verarzteten sie Kaderleiter, Werkleiter und Schulleiter mit Spazierengehen…” (48). Als Ergebnis lagen drei rote Kügelchen stets auf seinem Schreibtisch. Aber auch Tabletten können einen Anfall nicht verhindern, als er von einem Schwenk der Werkleitung oder gar des Ministeriums in Sachen “Mimik” erfahren muß.

Haupttechnologe und Abteilungsleiter schrien gegen das Geschick aller Leiter an, in einer festen Richtung marschiert zu sein unter strahlender Sonne mit markantem Ziel und plötzlich eine Schwenkung vollziehen zu müssen, und der Horizont war dunkel und die Straße schlaglöchrig… (47)

3-10 So denkt sich Wülff, dass auch er bald rote Kügelchen auf dem Schreibtisch haben könnte, würde er dem Drängen seiner Frau, “daß jeder die Pflicht hatte, das Möglichste aus sich zu machen…” (55), nachgeben. Um Tiefschläge der Art Grossers zu vermeiden, macht er lediglich “Dienst nach Vorschrift”. Er weiß auch geschickt seinen “Urlaub” in der Bibliothek gegenüber Grosser zu behaupten. (vgl. 85), doch kann er dort auch “rackern”. Sobald er eine eigenverantwortliche Aufgabe zur Lösung erhält, ist Wülff zu engagierter und konzentrierter Arbeit fähig. So arbeitet er mit Huppel an der Entwicklung eines Reparaturstützpunktes.

Einmal fuhr ich mit Huppel nach Magdeburg, einmal allein nach Karl-Marx-Stadt, da überprüften wir unser Modell schon an der rauhen Luft. An einem Freitag bündelten wir alle Unterlagen, um sie am Montag darauf Grosser zu präsentieren. (123)

3-11 Doch lehnt er die Qualifizierung zum Diplomingenieur ab.

Ich scheute Büffelei und Hetze am Abend und an den Wochenenden, ich wollte mir keine Magengeschwüre einhandeln, aber der Hauptgrund war, daß ich kein Chef sein wollte, dass ich die Verantwortung der Macht scheute. (55)

Der Leser muß entscheiden, ob der “Hund vom Leuschnerplatz” mehr zur Rechtfertigung seiner Weigerung zur Qualifizierung dienen muß oder wirklich ihre Ursache ist. Ganz deutlich über das vielleicht wichtigste Argument äußert sich Wülff schon ein paar Seiten zuvor:

Meine liebe Frau spielt darauf an, dass ich nicht danach lechze, fünf Jahre Fernstudium ans Bein zu binden, um ein paar müde Mark mehr zu verdienen. (33)

Wie wäre wohl Wülffs Entscheidung ausgefallen, würde er als Diplomingenieur eigenverantwortlich arbeiten können, und würde er eine viel bessere Entlohnung als sonst üblich erfahren? Doch er weiß, dass er wenig Verantwortung zu tragen haben würde, der Lohn immer gleich bliebe. Weder würde er für Mißerfolge verantwortlich gemacht, noch würden die Erfolge seiner Arbeitsleistungen sich in der Lohntüte widerspiegeln. Und um die Bananen zu bekommen, bedarf es sowieso mehr einer “Dienstreise in den Konsum” (58) als eines höheren Lohns.

3-12 Heinz Hillmann weist auf die (übriggebliebene) Bedeutung von beruflicher Weiterbildung hin:

… fachliche Qualifikation … ist nur noch der Aufstieg zu einsamen Spitzenposten. Ist nur noch berufliche Karriere, die - auf Kosten aller anderen und deshalb auch ohne deren ständige Mitarbeit und Hilfe - nie endende Selbstüberforderung verlangt und strenge Genußlosigkeit. Der Aufsteiger ist unweigerlich ein lebensunfähiger Asket. Qualifikation ist nicht mehr Lust und Bedürfnis aller, sondern der Ehrgeiz einzelner geworden: »Keiner drängte mehr, dass sich jemand qualifizierte, wenn ich von Jutta absah«. (42)7

Es sind die hemmenden Arbeitsverhältnisse, die den Helden Wülf in erster Linie dazu bringen, im Arbeitsleben sich den Erwartungen der Gesellschaft entgegenzustellen. Ironischerweise behält das bereits zitierte Kulturpolitische Wörterbuch recht: Die “sozialistische Persönlichkeit” entwickelte sich tatsächlich nur in den sozialistischen Arbeitskollektiven. Wenn sich in der DDR der Propaganda nach Selbstbewußtsein und Persönlichkeit besonders am Arbeitsplatz ausbilden sollte, so waren liebenswerte Menschen wie Wülff auch ganz besonders ‘Kinder der DDR’ und ihrer Arbeitskollektive. So nennt Huppel ihn einen “verkappten Frührentner” (206), was er in einem gewissen Sinne auch ist. Wolf Biermann weiß es noch 1990:

Die DDR hat es leicht. Es wird schwerer und schlechter gehn, als Kohl es den Heimkindern im Osten versprach, aber besser als vorher. Das gesicherte Dahinsiechen ist vorbei. Alles ist in Bewegung geraten, die lebenslangen Frührentner fangen an ranzuklotzen wie sonst nur am Wochenende auf der Datscha. Der chronische Bummelstreik ist beendet. Auf einem Arbeitsplatz werden sich nicht drei abgestumpfte Leute räkeln.8

3-13 Auch der alte Parteigenosse Huppel bleibt vom hemmendem Dirigismus und Bevormundung nicht verschont:

Huppel wurde in die Messehallen geschickt, um abzugucken bei Freund und Feind. In einer Vorbesprechung untersagten ihm die Anleiter jedwegen Kontakt mit westlichen Ausstellern, da lief Huppel beleidigt herum und fragte mich provokatorisch, wie er denn bundesdeutschen, französischen und belgischen Tricks auf die Spur kommen sollte, wenn ihm der Mund abgrenzungsbewußt verklebt wäre. (194)

Bei Huppel lösen diese Verhältnisse zwar Verbitterung aus, doch geht er immer noch davon aus, eingreifend wirken zu können. Zumindestens käme er nicht auf den Gedanken, seine Arbeit nachlässig und widerstrebend auszuführen. Ein Eingeständnis fundamentalem Versagens wird es von ihm nicht geben. Zu sehr ist das Gegenwärtige Ergebnis seiner Arbeit vor dem Hintergrund des schweren Aufbaus, zu sehr ist seine Identität mit den Jahrzehnten des Berufsleben verknüpft. Ihm bleibt nur die Hoffnung und die Erwartung an “die Subjekte, die von den staatlichen Mitteln nicht den richtigen Gebrauch mach(t)en.” (Grunenberg) Ganz anders Wülff:

Die Generation der heute Dreißigjährigen in der DDR hat den Sozialismus nicht als die Hoffnung auf das Andere erfahren, sondern als deformierte Realität. Nicht das Drama des Zweiten Weltkrieges, sondern die Farce der Stellvertreterkriege (gegen Jazz und Lyrik, Haare und Bärte, Jeans und Beat, Ringelsocken Guevara-Poster, Brecht und Dialektik). Nicht die wirklichen Klassenkämpfe, sondern ihr Pathos, durch die Zwänge der Leistungsgesellschaft zunehmend ausgehöhlt.9

3-14 Diese oft bemühten Worte Heiner Müllers aus dem Jahre 1977 können für die Erfahrung aller Protagonisten dieser Arbeit stehen, für Wolfgang Wülff jedoch besonders. So ist die Erzählung des Wülff eine Auseinandersetzung mit der älteren Aufbaugeneration. In Huppel finden Wülffs Rechtfertigungsversuche inhaltlich einen (stellvertretenden) Adressaten. Dem Ich-Erzähler dient er als Medium zur Strukturierung und Berechtigung des erlebenden Ichs in Form innerer Monologe und erlebter Rede; und als Voraussetzung dessen parallel die Schilderung des letzten Jahres als erzählendes Ich.

Huppel, alter Huppel, alles war anders zu deiner Zeit, … Natürlich habt ihr keine kalten Platten aufgetafelt und keinen Hemus getrunken, aber habt ihr euch vielleicht nach Fleisch und Wein gesehnt? Habt ihr dafür gekämpft, oder wofür? Und warum beschimpfst du mich, daß ich zufrieden bin, ist nicht Zufriedenheit das beste überhaupt? (222)

3-15 So meint Heinz Hillmann, daß “Wülffs Zufriedenheit mit dem kleinen Kreis von Essen und Trinken, Frau und passabler Arbeit nicht einfach Rückfall ins Spießerdasein ist… , sondern bewußte Abgrenzung von den ‘Kämpfern’ heute.”10 Diese Abgrenzung bedarf von seiten Wülff keiner flammenden Verteidigungsreden oder anderer Aktionen, zu der man sich öffentlich bekennen muß. Sein Anderssein gegenüber den Wunschvorstellungen des Staates ist ihm lediglich bewußt…

3-16 Als hätte Loest die Reaktionen der “offiziellen” DDR-Literaturkritik erahnt, läßt er Wülff gleich zweimal insistieren:

Diese zehn Jahre sind meine Jahre, was ich gesehen habe, hab ich gesehen, was ich gehört habe, hab ich gehört, was ich gedacht habe, hab ich gedacht, und da möchte bitte keiner kommen und sagen, alles wäre ganz anders gewesen. (15, vgl. 222)

Neuberts Reaktion im “Sonntag” kommt einem Urteil gleich.

Wülffs zahlreiche ärgerliche Tagesbeobachtungen, die ihn wundstoßen, sind nicht die bestimmende real-humanistische Tendenz unseres Lebens… Viele zufällige Mikro-Teilchen ergeben noch nicht die objektive Wahrheit… Der kleinbleibende Mann reagiert sein Mißbehagen ab, das er selbst immerzu in sich produziert.11

Rüdiger Bernhardts Urteil manifestiert sich schon im Titel seiner Wortmeldung: “»Die Mühen des Wolfgang Wülff«, die als Folge des individuellen Versagens jenes Ich-Erzählers entstehen”12 Er vermißt die Distanz seitens des Autors zur Erzählerfigur, so daß Wülff als “repräsentativ für gesellschaftliche Vorgänge” erscheinen muß. Huppel hätte als Korrektiv und relativierende Kraft zu Wülff fungieren können, wird aber von letzterem nicht als Partner akzeptiert. Ähnliches hatte Loest schon bei Vorbesprechungen mit Lektoren im Mitteldeutschen Verlag zu hören bekommen. Franz Fühmann hatte diese Argumente der Kulturoffiziellen in der Rede über »Literatur und Kritik« umrissen:

Der Ruf nach Schablone verbirgt sich gern hinter Theorien von der richtig zu wahrenden Proportion. Etwa so: Daß ein Roman- oder Filmheld beim Aufstieg in höhere Positionen an Solidaritätsgefühl verliert - natürlich dürfe man das gestalten, doch mit der Doppelzahl Gegenbeispiele, wo solches Verarmen nicht der Fall sei, so daß am Schluß der Sachverhalt, um dessentwillen der Autor zur Feder gegriffen hat, nicht mehr als eine Episode bildet, über die sich dann keiner mehr erregt.13

3-17 Diese Argumentation soll auch beim zweiten in der DDR erschienenen Werk dieser Arbeit, Heins Fremdem Freund, eine Rolle spielen. Spöttisch reagiert Loest auf das Ansinnen des Verlages, einen Erzähler einzuführen, “der das was Wülff da erzähle, seinerseits erzähle und dabei kommentiere, werte”:

Ich füge hin und wieder … eine Fußnote hinzu, und da erteile ich meinem Wülff Zensuren, wie da sein könnten: Hier irrt Wolfgang! Mangelhaftes Klassenbewußtsein! Kollegiales Verhalten: 3 minus…14

3-18 Sollte es Loests Ziel gewesen sein, eine möglichst exemplarische Figur zu schaffen, “die mit dem Sozialismus gewachsen ist”, so können Neuberts und Bernhardts überzogene Reaktion Indiz dafür sein, dass ihm das gelungen ist. “Loests Grundthema ist, dass die gesellschaftliche Dialektik den Widerstand des einzelnen braucht. So ist die Bequemlichkeit von Wolfgang Wülff als die Weigerung entwickelt, sich korrumpieren zu lassen. (Wülff als neuer Taugenichts)15. Bedarf es einiger Mühe, den Opportunismus Wülffs im Arbeitsleben als teilweise begründet zu erklären, ist die Frage nach Opportunismus im Privatleben völlig überflüssig, denn dort ist er unbestechlich. So macht seine Frau den berechnenden Vorschlag, Wülffs Chef (Grosser) auf einen Kaffee einzuladen.

Und wenn ich als Diplomer im Betrieb bliebe, sagen wir als Cheftechnologe: Kontakte auf privater Ebene - da fiel es schwer, jemanden ein Bein zu stellen. Wenn die Frauen sich kannten. Beruhigend, ausgleichend. Mal unter der Hand ein Tip. (25)

Wülff lehnt jedoch ab.

3-19 Zu richtiger Charakterstärke bringt Wülff es im Schwimmkurs seiner Tochter. Dort muß er erleben, wie Kinder gegen ihren Willen von Erwachsenen beliebig hin und her geschubst werden. Seine Frau macht bei dem “Treiben der männlichen Helden” (128) fleißig mit. Die Kinder werden durch Wülffs Perspektive vergegenständlicht: sie erscheinen nur noch als Badekappen mit großen Lettern, als Eigentum der Eltern. Als ein Vater wieder einmal erbarmungslos sein Eigentum ins Wasser drängen will, springt Wülff dazwischen und nennt ihn einen “gottverdammten Faschisten” (132). Jutta, Wülfs Frau, verlangt von ihm, sich beim Besitzer DETLEVS, “der sich eines tadellosen gesellschaftlichen Rufes erfreute” (139), zu entschuldigen, doch er bleibt hart. Auch vor der folgenden Konfliktkommision.

»Ein Faschist ist er nicht, hatte ich beschlossen, aber er ist brutal wie ein Faschist.« Herr Dr. Feldig war schnaufend aus dem Raum gestürzt, der Vorsitzende hatte die Hände gerungen: »Herr Wülff, müssen sie sich denn immer noch mehr einbrocken?« (139)

3-20 Für Jutta ist es der willkommene Anlaß, die Scheidung vom “Versager” (136) einzureichen. In dieser sehr larmoyanten Schwimmbadepisode kommt Wülffs Abneigung gegen die Leistungsdisziplin zum Ausdruck, deren Grundsteine in der Kindererziehung gelegt werden und später als Leistungsanspruch der Gesellschaft auch ihm zu schaffen machen. Im Schwimmbad zeigt Wülff Eigenschaften, die eigentlich zutiefst sozial sind: er kann sich einfühlen, kann mitleiden, und vor allem kann er eine richtig geglaubte Kritik bis zur letzten Konsequenz durchstehen. Mit dieser Szene bekommt Wülff ironischerweise auch das Privileg des “einzigen Widerständigen” im Figurenensemble des Romans. Wenn man ihn des Opportunismus bezichtigte, welche Charakterisierung träfe dann auf den Genossen Neuker zu? Dieser korrigiert im Lebenslauf seines Sohnes den Satz Wenn ich meine Militärzeit hinter mir habe in Nach Beendigung meiner Dienstzeit. Doch das ist ihm noch nicht Sklavensprache genug:

Sofort nahm er diesen Satz halb und halb zurück: ihm war der Zwang zu stark ausgeprägt: die Freiwilligkeit, die freudige Einsicht fehlten. (187)

Soweit geht Wülffs Angepaßtheit nicht. Er ist zwar ein Spießer, der seinen Frieden mit der DDR gemacht hat, doch ein Opportunist ist deswegen noch lange nicht. Er ist immer bedacht, in den “Mühen der Ebene” einen eigenen Moralkodex aufrechtzuerhalten, für den er auch schon mal Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt.

3-21 Eine Stütze ist ihm dabei das Bewußtsein seiner Herkunft, auch wenn es oft in rüder Sprache endet, wie beim Eklat im Schwimmbad mit Dr. Feldig:

»Leckt mich doch alle am Arsch«, sagte ich mit gewöhnlicher Stimme, wie ein Arbeiter so was sagt, in diesem Augenblick war ich Werkzeugmacher aus der Gegend um die Thälmannstraße, nicht Ingenieur… (132)

Immer wenn er die Mutter besucht, werden ihm seine Wurzeln zu Bewußtsein gebracht, als Gegenpol zum “Oktoberbeton” des Neubauviertels seiner jetzigen Durchschnittsexistenz. Wenn er sagt: “Ich stamme aus dieser Wohnung, aus dem Viertel hinter der Thälmannstraße, aus Leipzigs Osten; ich rede so, wie man hier redet, ich denke so, wie man hier denkt.” (89), muß seine Beschreibung der Leute aus dem Viertel auch für ihn Anwendung finden:

Sie kakelten über Gärten und Hunde, über Krankheiten und das Wetter. Die Politik mieden sie, nicht weil sie Angst gehabt hätten, sie könnten Ärger kriegen, sondern weil sie keinen Einfluß hatten; Israelis und Araber schossen auch ohne ihr Zutun…. In diesen Kneipen wurde nie über ein Buch geredet, nie über ein Theaterstück und schon gar nicht über ein Konzert. Die Debatten, ob es im Osten oder im Westen besser war, hatten sich totgelaufen. Immer gab es einen Fritsche-Kurt, der fremdging… (28f)

3-22 Antonia Grunenberg hält Wülff weder für “oppositionell noch klammheimlich illoyal. Er ist ein treuer Staatsbürger, der seinem Staat und seiner Partei vertraut…”16 Doch kann man von Vertrauen sprechen bei einem Menschen, der sich eingerichtet, und was Politik betrifft, resigniert hat? Es mag der Schein entstehen, Wülff sei unpolitisch, doch ist er erstaunlich gut über Politik informiert. “Irische Bombenleger” (108) und Nixons Rücktritt (72) sind ihm genauso bewußt wie Probleme der näheren Umgebung: es fehlen 200 Millionen Mark für ein auditorium maximum (106).

3-23 “Indem Loest ein Stück aus dem Leben dieses Mannes nachzeichnet - sein vermeintliches berufliches und politisches ‘Versagen’ …, kann er die DDR-Gesellschaft zeigen, wie sie heute weithin ist: spießig und muffig, leistungsorientiert und unsolidarisch, autoritär und selbstgerecht.”17 Ein westdeutsches Urteil vor dem Hintergrund des offiziellen Selbstverständnisses der DDR. Für den heutigen Leser hält Loests Buch eine zwar nicht wertfreie, doch sehr liebevolle, detailgetreue Chronik der (sächsischen) DDR-Gesellschaft der siebziger Jahre bereit. Besonders dann, wenn man unter Chronik auch das Einfangen der Gedankenwelt der Menschen begreift. Der damalige DDR-Leser war sicher eher bereit, Wülffs Beteuerung, dass “seine Erfahrungen ja kein Roman sind” (135), mit einem Ausruf ‘Ja, so ist es!’ Glauben zu schenken.

3-24 “Ich bin, wie ich bin.” (207), sagt Wülff, und zeigt an, dass er nicht nur mit der DDR seinen Frieden gemacht hat, sondern auch mit sich selbst im reinen ist. Immer wieder bescheinigt der Erzähler seine Zufriedenheit, zu Beginn (30, 67) genauso wie am Ende (222). Seine ganze Aufmerksamkeit ist dem Privatleben gewidmet. Dort “entfalten sich Tugenden wie praktischer Sinn und Phantasie, Sensibilität für Natur und Menschen, Freundlichkeit, die Vergnügungen der Sinne.”18 Wenn er von sich sagt, er sei kein Held (203) (im Sinne offizieller DDR-Propaganda), so mag das vielleicht genau der Nährboden sein für seine bestechendste Eigenschaft, seiner ganz individuellen Humanität. Die Humanität, “die später kommt” (124), hat sich in die Privatheit des “DDR-Spießers” (203) Wülff zurückgezogen.

3-25 Die Persönlichkeit des Wülff, seine Identität mit sich selbst, ist dem Roman von Anfang an vorgegeben. Diese Identität speist sich zum einen aus dem Bewußtsein seiner Herkunft als Werkzeugmacher aus dem Leipziger Osten. Er ist stolz auf sie und flüchtet in Situationen der Erregtheit und Bedrängnis in den Dialekt seines Viertels mit samt Vokabular. Zum anderen fußt sie auf den Zusammenprall mit der Staatsmacht auf dem Leuschnerplatz im Jahre 1965. Als charakteristisches Merkmal der quasi-autobiographischen Ich-Erzählung betont Franz Stanzel die “innere Spannung zwischen dem Ich als Helden und dem Ich als Erzähler”. Für diese beiden Phasen im Leben des Erzähler-Ichs führte Stanzel die Begriffe erlebendes Ich und erzählendes Ich 19ein.

Die Erzähldistanz, die zeitlich, räumlich und psychologisch die beiden Phasen des Erzähler-Ich trennt, ist im allgemeinen ein Maß für die Intensität des Erfahrungs- und Bildungsprozesses, dem das erzählende Ich unterworfen war, ehe es begann, seine Geschichte zu erzählen. […] Die Vielfalt der Gestaltungen der Erzähldistanz reicht von Identifikation bis zur völligen Entfremdung zwischen erzählendem und erlebendem Ich.20

Für Wülff liegt die Leuschnerplatz-Episode fast zehn Jahre zurück, so daß man annehmen kann, dass er sie inzwischen vollends verarbeitet hat, nämlich als identitätsstiftend. In Anlehnung an Stanzel läßt sich sagen, daß je länger die Erzähldistanz, je entfernter das erzählende Ich dem erlebenden Ich steht, desto weiter ist der Wissens- und Wahrnehmungshorizont des erlebenden Ich und desto größer ist die Wirkung der Erinnerung als Katalysator, der die Erlebnissubstanz zu klären imstande ist.21

3-26 So monierte Eberhardt Günther im Verlag bei Vorbesprechungen, dass Wülff im Laufe des Buches keinerlei Entwicklung durchmacht, weder im negativen noch im positivem Sinne.22 So war es vom Autor wohl beabsichtigt. Folglich fungieren Wülffs inneren Monologe weniger als Selbstfindung, sondern hauptsächlich als Rechtfertigung Huppel gegenüber. Im Gegensatz zu letzterem hat Wülff keine Ideale, um die er angesichts der Realität ständig trauern muß.

Gerhard Zwerenz äußerte sich im Rundfunk:

Das rätselhafte Buch kann ebenso ein raffiniertes, opportunistisches Bekenntnis zum DDR-Untertanen sein wie eine ungeheuerliche sarkastische Satire darauf. 23

Mit anderen Worten: gibt Wülff nur vor, zufrieden zu sein, oder ist er es wirklich? Für Rüdiger Bernhardt scheint letzteres der Fall zu sein: “… seine Zufriedenheit wird ihm nicht zum Problem, denn als Problem erscheint nur, daß Wülff die immer kleinere Ausführung von Zufriedenheit sucht.”24 Und meint damit Wülffs neue Gefährtin. Wenn der Roman Es geht seinen Gang… schon nicht rückgängig gemacht werden konnte, mußte folgender Ratschlag an den Rezipienten her:

Im Ensemble der Gegenwartsliteratur erhält dieser Roman seinen Stellenwert deswegen auch durch das Korrektiv, das der kritische Leser immer bilden sollte.25

Dies ist insofern interessant, als daß die Fähigkeit “des Korrektiv-Bildens” dem Leser bei Christoph Heins Novelle Der fremde Freund abgesprochen wurde. Es ist mehr die Realsatire, in deren Rezeptionsvorgang dieses Korrektiv nicht unbedingt vorgesehen ist, die Bernhardt zu schaffen macht. Zu sehr besteht ‘die Gefahr’, dass der Leser sich mit Wülff identifiziert. Nur Wülff bleibt durch die an den Ich-Erzähler gebundene Innenperspektive die Darstellung seiner Gedankenwelt vorbehalten. Abteilungsleiter Grosser ist von diesem Privileg ausgeschlossen. Auch das wirkt sympathiesteuernd.

3-27 Heinz Hillmann definiert Subjektivität “als das sich im Unglück über seine persönliche Beschränktheit, im hellsichtig werdenden Zorn über die allgemeinen Beschränkungen erfahrene Subjekt…”26 , um daraus auf Wülff abzuleiten, dass dessen “Subjektivität sich ausprägt als Negation des unglücklichen Bewußtseins, das wir ja seit Christa T. zur Genüge kennen.”27

Aber diese Negation ist durch und durch widersprüchlich und deshalb höchst instabil. Um den Widerspruch von Ideal und schlechter Wirklichkeit loszuwerden, gibt sie nämlich das Ideal auf und setzt die schlechte Realität als ihr Ideal. Dies uralte, in der DDR jetzt neuentstehende Ideal des mäßigen Genusses in Arbeit wie Freizeit ist aber, ebenso wie die sich darin statisch setzende Klein-Persönlichkeit, gar nicht möglich. Denn Genuß, dieses positivste menschliche Bedürfnis, drängt unweigerlich auf Expansion, wird aber durch eine schlechte Wirklichkeit, die Genuß nicht zulassen darf, ständig eingegrenzt und gehemmt. So ist auch die kleine Persönlichkeit unglückliches Bewußtsein, wenn auch in kleinerem Maße. … Man sieht: Wülff mag sich anstellen wie er will. Die große Persönlichkeit einer älteren Generation wird tragisch gebrochen; die kleine ist - aus solchen Gründen - sogleich gebrochene Persönlichkeit, die aber trotz ihrer Reduktion noch ständig kollidiert und damit tragikomisch wird.28

Wülff hat jedoch kein “Ideal” aufzugeben für etwas anderes. Für ihn gab es immer schon die ihn umgebende Realität, einschließlich verlogener Bildbände. Zwischen “schlechte Realität als Ideal setzten” und “sich in der Realität einrichten” liegen einige Nuancen. Unbestritten ist, dass die “Klein-Persönlichkeit” zwangsläufig tragikomische Züge tragen muß, und auf die Frage, ob denn Wülff tatsächlich zufrieden ist, ein erhellendes Licht wirft. In ganzer Konsequenz haben diese Frage wohl nur die geschichtlichen Ereignisse der Jahre 1989/90 beantwortet.

3-28 Es ist leicht, wie James Knowlton zu konstatieren, Wülff habe eine Objektrolle inne und sie auch akzeptiert:

Thus the novel ends with Wolfgang launching a new life which will probably repeat the meaningless cycle he has just completed. In withdrawing from active public existence and eschewing attempts at social change, Wolfgang becomes an object , a victim of … relationsships of domination, which he accepts as an alien fate from without.29

Außer daß er Wülffs Privatleben als “meaningless” abwertet (Claudias aus dem fremden Freund wäre es dann um so mehr), stellt sich analog der “Zufriedenheit” die Frage, ob man eine Objektrolle je richtig “akzeptiert”? Welchen Status haben der Ex-Lehrer Simrock und die Ex-Journalistin Nadler am Ende ihrer Geschichte inne? und “akzeptieren” sie ihn?

3-29 Eine ganz andere Sicht bietet sich für Hans-Joachim Maaz aus der Psychotherapie:

Will man die Lebensweise als Kompensation verstehen, dann muß sie Gelegenheit lassen, gestaute Lebensenergie ersatzweise zu verbrauchen. Dies geschah in der DDR vor allem als Verweigerung oder als Anstrengung. Die Verweigerung muß als aktiver Vorgang verstanden werden: Gehemmtheit, Zurückhaltung, Passivität, Bequemlichkeit und Versorgungsmentalität verbrauchen Energie, um das Leben ständig zu zügeln, zu behindern und zu bremsen, und zugleich wurden wir damit etwas von der zurückgehaltenen Aggressivität los. Anpassung als energieverbrauchende Kompensation und sozialer »passiver« Widerstand als indirekte Aggression! Wir rächten uns wegen der ewigen Bevormundung: Wenn wir schon in unseren Freiheiten eingeschränkt wurden, dann konnten wir wenigstens durch trotzige Interesselosigkeit, Hilflosigkeit und Abhängigkeit dafür sorgen, dass die Entwicklung stoppte und nichts mehr richtig funktionierte. Es ist so, als wenn ein Kind mit erfrorenen Fingern zu seiner Mutter sagen würde: Das hast du nun davon, warum ziehst du mir keine Handschuhe an! 30

“Kein Stoff für eine Tragödie” (218), aber für Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene.

1 Loest, Erich: Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene, München 1994 (dtv 10430), alle Zitate folgen dieser Ausgabe
2 Stanzel, Franz K.: Theorie des Erzählens, Göttingen 1995, S. 128f
3 Mohr, Heinrich: Mühen in unserer Ebene. Erich Loest und sein neuer Roman. In: Deutschland-Archiv, H.8/1978, Köln 1978, S. 876
4 Fritz R. Fries in: Loest, Erich: Der vierte Zensor. Vom Entstehen und Sterben eines Romans in der DDR. Köln 1984, S. 36
5 Jäger, Andrea: Schriftsteller-Identität und Zensur. In: Literatur in der DDR, Rückblicke, Sonderband Text + Kritik, Hrg. Heinz Ludwig Arnold und Frauke Meyer-Gosau, München 1991, S. 140, siehe auch Fußn. 21
6 Kulturpolitisches Wörterbuch, Berlin 1978 (Dietz-Verlag), S. 553
7 Hillmann, Heinz: Subjektivität in der Prosa. In: Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 11, Hrg. Hans Jürgen Schmitt, München Wien 1983, S. 433
8 Biermann, Wolf: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. In: Thomas Anz (Hrg): Der Literaturstreit im vereinten Deutschland, München 1991, S. 154
9 Heiner Müller zit. n.: Emmerich, Wolfgang: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Darmstadt 1989, S. 16
10 Heinz Hillmann: s. Fußn. 57, S. 432
11 Neubert, Werner: Es geht seinen Gang. In: Sonntag Nr. 31, 1978, S. 4f
12 Bernhardt, Rüdiger: Die Mühen des Wolfgang Wülf. In: Neue Deutsche Literatur, H. 11/1978, S. 141
13 zit. n.: Loest, Erich: Der vierte Zensor. Vom Entstehen und Sterben eines Romans in der DDR. Köln 1984, S. 20
14 ebd. S. 24
15 Alexander von Bormann, zit. n.: Loest, Erich: Der vierte Zensor. Vom Entstehen und Sterben eines Romans in der DDR. Köln 1984, 62
16 Grunenberg, Antonia: Aufbruch der inneren Mauer. Politik und Kultur in der DDR 1971-1990, Bremen 1990, S. 193
17 Emmerich, Wolfgang: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Darmstadt 1984, S. 203
18 Mohr, Heinrich: Mühen in unserer Ebene. Erich Loest und sein neuer Roman. In: Deutschland-Archiv, H.8/1978, Köln 1978, S. 877
19 Stanzel, Franz K.: Theorie des Erzählens, Göttingen 1995, S. 271
20 ebd. S. 272
21 vgl. ebd. S. 273
22 vgl. Loest, Erich: Der vierte Zensor. Vom Entstehen und Sterben eines Romans in der DDR. Köln 1984, S. 26
23 ebd. S. 37
24 Bernhardt, Rüdiger: Die Mühen des Wolfgang Wülff. In: Neue Deutsche Literatur, H. 11/1978, S. 145
25 ebd. S. 148
26 Hillmann, Heinz: Subjektivität in der Prosa. In: Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 11, Hrg. Hans Jürgen Schmitt, München Wien 1983, S. 386
27 ebd. S. 432
28 ebd. S. 432f
29 Knowlton, James: »Mit dem Sozialismus gewachsen« Erich Loest´s Novel Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene And Recent GDR Cultural Policy. In: Neophilologus, Bd. 68, H.4, Oktober 1984, Groningen, S. 594
30 Maaz, Hans Joachim: Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR. München 1992, S. 93