Die Literatur in der DDR von der Biermann-Ausbürgerung bis zu Beginn der 80er Jahre

Kapitel 2 - Abschnitt 01 Man könnte sich der Frage, was DDR-Literatur ausmacht, über den Autor nähern. Ein Ansatz wäre o.g. Frage Kopkas, ob DDR-Literatur nicht einfach Texte von in der DDR lebenden Autoren waren. Nun sahen sich in den Jahren nach den Biermann-Protesten viele Künstler unter den verschiedensten Umständen in der Bundesrepublik wieder. Unter ihnen Schriftsteller wie Thomas Brasch, H.-J. Schädlich, Klaus Schlesinger, Sarah Kirsch, Günter Kunert u.v.a.. Reiner Kunze war durch die Veröffentlichung seiner Wunderbaren Jahre im S. Fischer Verlag zwei Monate vor dem Biermannkonzert der erste, der im April 1977 die DDR in Richtung Westen verließ. Im gleichen Jahr ging auch Jurek Becker. Sein Umstand der Ausreise verdient Beachtung insofern, als dass er der erste Künstler war, der als ‘DDR-Bürger’ mit einem mehrjährigem Visum in die Bundesrepublik kam.

2-02 Auf dem 8. Schriftstellerkongress 1978 waren von den Erstunterzeichnern des Protestbriefes gegen die Ausweisung Biermanns nur Volker Braun und Stephan Hermlin anwesend. Viele der Biermann-Sympathisanten blieben fern: entweder waren sie nicht geladen, oder zogen ihr Mandat zurück, oder waren wie Heiner Müller kein Mitglied des Verbandes 1 mehr. So war es Hermlin, der sich gegen Konrad Naumanns Ausfälle gegen die Biermann-Sympathisanten (“bürgerliche Künstler mit entsprechendem Geldkonto”) wandte. Doch wichtiger als die tagespolitischen Querelen waren die Passagen, in der sich der “DDR-Schriftsteller in spätbürgerlicher Tradition” zur deutschen Literatur äußerte:

Ich bin ein Schriftsteller der DDR, da ich hier lebe und arbeite…. Aber so bin ich denn ein deutscher Schriftsteller, ich sei nur immer wer ich sei, verbunden mit allem, im Positiven wie im Negativen, was deutsch geschrieben wurde und deutsch geschrieben wird…. Und weiter: Die Existenz einer Literatur ist nicht deckungsgleich mit der Existenz von Staaten. … Die DDR-Literatur ist nicht zu bestreiten; sie ist die hier entstandene und entstehende deutsche Literatur.2

2-03 Doch was wäre dann mit den Autoren, die schon 1978 in der Bundesrepublik waren und noch folgen sollten? Zehn Jahre später versteht sich auch Monika Maron durch eine gleiche deutsche Geschichte und Kultur geformt: “Wollte ich die Existenz von zwei deutschen Literaturen zugeben, müßte ich diese jeweils noch einige Male aufteilen, denn so fremd wie mir einige DDR-Autoren sind, so verbunden fühle ich mich einigen Schriftstellern aus der Bundesrepublik, der Schweiz oder Österreich.”3 So kommt Peter Peters zu folgender Definition des Begriffs ‘DDR-Literatur’: “In ihrer allgemeinsten Bestimmung ist der DDR-Literatur ein spezifischer Bezug auf ein bestimmtes gesellschaftliches System eigen, das der Deutschen Demokratischen Republik, welcher sich als auch als Rück- und Traditionsbezug einstellen kann.”4

2-04 Eine ähnliche Einteilung (unabhängig vom Wohnort, aber mit ‘DDR-Prägung’) nimmt Wolfgang Emmerich5 1983 eingedenk der Inhomogenität der DDR-Literatur zur Fokussierung seiner Betrachtungen vor. Er glaubt im Gefolge der Biermann-Ausbürgerung drei Tendenzen in der DDR-Literatur zu erkennen:

  1. “eine … halsstarrig am überlieferten Fundus politisch und ästhetischer Wirklichkeitsinterpretation festhaltende Literatur (z.B. Dieter Noll),
  2. eine jetzt im Westen angesiedelte Literatur, die ihre DDR-Prägung zu vergessen sucht und auf dem Weg ist, ästhetisch wie politisch uninteressant zu werden (z.B. R. Kunze), und
  3. eine Literatur, die unter Schmerzen an der Aufgabe festhält, neue Erfahrungen kritisch-reflektiert zu verarbeiten und die dem angemessenen Darstellungsmittel zu erproben.”

2-05 Die Unzulänglichkeiten einer solchen Einteilung räumt Emmerich mit dem Hinweis auf z.B. Erwin Strittmatter und Hermann Kant ein. Auch darf man annehmen, dass schon vor 1976 diese Tendenzen sich abzeichneten. Doch der wohl wichtigste Aspekt ist der, dass diese “Schmerzen” immens zunahmen. Kann man doch davon ausgehen, dass ein Vertrauen in die Partei als Motor von Veränderungen nach derer Einschüchterungs- und Repressionspolitik verspielt war.

2-06 Thematisch läßt sich in der zweiten Hälfte der 70er Jahre eine Hinwendung zur Problematisierung des Alltags erkennen. In kritischer Subjektivität vermitteln die Helden ihre eigenen Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus, jenseits aller propagierten ‘objektiven Gesetzmäßigkeiten’. So sieht Sigrid Stahl als vorherrschendes Motiv der Literatur der 70er Jahre das Rechenschaftsmotiv: “die Frage, was aus dem einzelnen Menschen nach mehr als zwanzig Jahren ‘Aufbau des Sozialismus’ geworden ist.”6 Dieses Motiv ist auch den vier zu analysierenden Prosawerken gemein. Der DDR-Literaturkritiker Hans Kaufmann schrieb moderat:

…die Konfrontation mit den Realitäten wirkt sich jedoch auch - und nicht nur vereinzelt - als Ideal- und Perspektiveverlust aus. Erwartungen stoßen sich an der Prosa des Lebens und stellen sich ihr als ein Poetisch-Innerliches, Unverwirklichtes gegenüber. […] in Sicht kommen weniger die Chancen des Handelns als Einwirkungen der äußeren Welt auf die Befindlichkeit der Individuen. Auch diese Blickrichtung geht zumeist von sozialistischen Positionen aus - wenn auch nicht immer in voller Identität mit denen der Arbeiterklasse und ihrer Partei.7

Doch letzteres, die “Nichtidentität mit der Partei” bedeutete nicht mehr und nicht weniger als dass das Gros der Autoren als Sozialisten die Utopie einer gerechteren Gesellschaft in der DDR-Gesellschaft mit ihrer ‘realsozialistischen’ Ausprägung nicht mehr aufgehoben wußten. Die DDR als Referenz für die Utopien der Autoren brach weg. Hier setzt der Vorwurf Emmerichs an, der den Autoren vorwarf, trotz der erkennbaren Stagnation und Deformation des ‘realen Sozialismus’ vom “Sozialismus schlechthin” nicht abgelassen zu haben und “im herrschenden Diskurs befangen blieben”.8

“… sie konservierten die Epochenillusion vom »wahren Sozialismus«, indem sie sein Bild in den Schrein der Utopie einschlossen: also dessen, das keinen Ort hat, aber doch sein soll. Je befleckter die Praxis, desto reiner die Utopie…”9

2-07 Helga Königsdorfs Worte mögen hier als Illustration aus Autorensicht dienen:

Wir akzeptierten es nicht, das System das uns umgab, aber wir liebten die Utopie, die es einst auf die Fahnen geschrieben hatte. Und wir hatten eine Hoffnung wir konnten irgendwie dahin gelangen […]. Wir wollten das System erschüttern, um es zu verändern, aber nicht das Land preisgeben, mit dem sich unsere Utopie verbunden hatte. Je schmerzhafter die Differenz zwischen Traum und Realität wurde, um so stärker die Verpflichtung, sich einzumischen. Gerade dieser Leidensdruck wurde die Quelle für unsere Arbeit, in der Trauer zunahm, kaum noch Übermut. Und diesen Kummer teilten wir mit unseren Lesern: Nicht allein die Ersatzfunktion, die Literatur hatte, erklärt diese Rolle in diesem Land, sondern genau diese Verbundenheit.10

2-08 Diese Verbundenheit, nämlich die sozialistische Utopie “als gemeinsames Drittes zwischen Autor und Leser” faßt Emmerich im Terminus “Sinngebungsliteratur” zusammen. In den Augen Julia Hells eine bloße Reduktion auf einen “…legalitimizing discourse…”11 Sie stellt Emmerichs Neueinschätzung der DDR-Literatur (früher betonte er das kritische Potential genau dieser Literatur) in den größeren Zusammenhang der “Intellektuellendebatte” seit 1990. Sie verweist im Ergebnis ihrer Beschäftigung mit Christoph Heins fremden Freund auf den Umstand, dass es außerhalb der Macht keinen Diskurs gibt. Sie zitiert Klaus-Michael Bogdal:

Bohrer, Schirrmacher und Greiner wollen im Augenblick des Schreckens über die desaströsen Folgen einer historischen Epoche suggerieren, dass es einen Diskurs außerhalb der Macht gebe. Deshalb dürfen vor allem die, die den Zusammenhang von Macht und Schreiben bis in die feinsten Verästelungen aufzuspüren vermögen, so dass sich auch der Leser im Westen darin wiederfindet (Christa Wolf, Christoph Hein, Heiner Müller) nicht mehr sprechen.12

2-09 Schreiben im Dunstkreis der Macht. Marcel Reich-Ranicki bemüht nicht einmal lakonische Begriffe wie “Sinngebungsliteratur”. Ihm ist die einfache Tatsache, dass die Autoren in der DDR lebten und dort sogar noch publizierten, Beweis genug, dass sie “Repräsentanten des Staates… und Mitverantwortliche dessen waren, was dort geschehen ist.”13 Doch auch Uwe Saeger als Autor sieht die in der DDR publizierte Literatur “als politisch verstrickt”. Erst einmal durch die Zensur gekommen, “und damit - gedruckt also und Literaturmacher somit - waren man und man verstrickt, die da und der da saßen in einem Boot, zogen am gleichen Strick, kamen auf den gleichen Hund - und glaubten sich doch so verschieden wie Himmelsstürmer und Kriechtiere.” Sarkastisch auch seine ihn nicht ausschließende Meinung vom DDR-Schriftsteller:

Man glaubte eine gewisse Wertigkeit zu haben, denn man fühlte sich irgendwie bestätigt als ein anwesendes Fragezeichen, als geduldeter Possenreißer.14

Die Rolle des Autors in der DDR-Gesellschaft15 und dessen Selbstverständnis verdienen also nähere Betrachtung.

2-10 1959 heißt es in einem Lexikon über die aus dem Exil zurückgekehrten Schriftsteller: “Sie beteiligten sich am demokratischen Neuaufbau und der demokratischen Umerziehung des Volkes und wurden in ihrer schriftstellerischen Tätigkeit vom Arbeiter-und Bauernstaat großzügig unterstützt.”16 Am Festhalten der erzieherischen Funktion von Literatur hatte sich seitens der SED in den 70er Jahren so viel nicht geändert. “Kultur und Kunst vermögen sehr viel beizutragen, sozialistische Überzeugungen zu festigen und in den Herzen der Menschen das reine Feuer kommunistischer Ideale zu entzünden.”17So wußte Erich Honecker im Mai 1976 auf dem 9. Parteitag der SED zu berichten. Fünf Jahre später heißt es weniger glühend, dass Kunst und Literatur vieles hervorgebracht hat, “was Teil unserer sich ständig verändernden sozialistischen Wirklichkeit ist und diese Veränderung zugleich bewirkt.”18 Die Literatur als Gestaltungsmedium von DDR-Realität, als Initiator von Veränderungen. Wenn der Staat der Literatur erst einmal diese Fähigkeit zusprach, galt es andererseits Literatur zu verhindern, die ihm nicht opportun erschien.

Da der DDR-Staat die Intellektuellen und die Literatur zu praktisch verantwortlichen Trägern der Gesellschaft erklärt hatte, exekutierte er dieses Programm hier negativ. Eine abweichende Position erschien ihm unmittelbar von praktischer Bedeutung. Aus seiner Gleichung, dass die Produktion von Weltanschauung dasselbe sei wie praktizierte Manipulation, also in den Köpfen des Volkes erfolgreich verankert war, ergab sich nur eine Konsequenz: Über verworfene Literatur durfte nicht diskutiert, sie mußte unterbunden werden.19

2-11 Die Wichtigkeit, die der Staat der Literatur beimaß, zeigte sich den Autoren am ‘persönlichsten’ durch die Zensur. Wie anders als ein Indiz für die Bedeutsamkeit ihrer Werke sollte sie sich sonst interpretieren lassen? Sie schrieben in der Gewißheit, langfristig bewußtseinsbildend zu wirken. “Immer wieder waren Bücher imstande, Unruhe zu erzeugen oder in gesellschaftliche Auseinandersetzungen einzugreifen.” meinte Jurek Becker20 rückblickend. Dass sie aber diese Rolle des Eingreifens nicht ganz freiwillig innehatten, war den Schriftstellern wohl bewußt. Was es für sie bedeutete, im “schlechtbesetzten Chor der öffentlichen Meinung den Part des Journalisten mitsingen zu müssen”21 , schilderte Christoph Hein in einem Gespräch 1990:

Man wurde von zwei Seiten bedrängt, und die Literatur war von zwei Seiten bedroht - vom staatlichen Zensor und von den Erwartungen des Publikums. Dem Druck des Staates konnte man ausweichen, der war so eindeutig und offensichtlich. Aber da gab es die Gefahr, dass man sich im Widerstand verkrampft und blödsinnig verbeißt; wie der Lessing in den Dummkopf Goeze, auf den er Jahre vergeudet hat. Dem Druck des Publikums hingegen konnte man sich kaum entziehen. Die Leser wollten hören, wie ich dem Honecker das Messer in den Leib stoße. Gefragt war nicht nur der kritisch-engagierte, sondern der extrem politische Schriftsteller. Und das ist eine Gefahr fur die Literatur. Ein Proust hatte keine Chance in der DDR.22

2-12 Welche Auswirkung diese Art der Lesererwartung als Folge der Ersatzfunktion von Literatur haben konnte, sieht der Lyriker Uwe Grüning in einer zornigen Rückschau auf die DDR-Literaturgesellschaft folgendermaßen: der “… Text hatte drei Autoren: den Schriftsteller, den Zensor und den Leser. Die Textleistung dieser drei war unterschiedlich und wechselte mit der zensoralen Wetterlage. Dabei mochte es vorkommen, dass ein Autor gar keinen Text zwischen den Zeilen geschrieben hatte: Die Deutungssucht von Zensor und Leser brachte einen solchen Text unweigerlich hervor.”23Ob dem “unweigerlich” so war, wenn der Leser erst einmal einen Text in die Hand genommen hatte, sei dahingestellt. Auf die “fatalere Folge”, dass der Leser ein Buch immer in die Hand nahm (oder liegen ließ) mit dem Wissen, es ist ein Buch in Reaktion auf die Zensur, wies Jurek Becker hin:

… jedes Buch war entweder erlaubt oder verboten, etwas Drittes gab es nicht. Selbst wenn ein Autor etwas schreiben wollte, was die politische Zensur nicht berührte…, mußte er mit dem Verdacht fertig werden, dass er es nur deshalb tat, um der Zensur aus dem Weg zu gehen. Das ist ja eine der fatalsten Folgen der Zensur: dass alle nicht verbotene Literatur mit dem Geruch existieren muß, erlaubt zu sein.24

2-13 So sind dann Stimmen motiviert, die die Vermittlung von Inhalten zur wichtigsten Daseinsberechtigung des DDR-Textes machen. “Andere Aspekte des Schreibens wie … Leichtigkeit oder Kunstsinn oder Phantasie hatten ihre Bedeutung vor allem darin, dass sie das Eigentliche zur vollen Geltung bringen sollte, das Anliegen.”25 In einer Gesprächsrunde von DDR-Literaturkritikern fiel der Satz “Ein vergleichsweise massenhaftes Publikum hat diese Literatur als »Lebenshilfe« angenommen.”26. Dies zeigt, (außer dass es im Staat keine anderen Betätigungsfelder für ‘Lebenshilfe’ gab), dass obige Folgen der Zuweisung einer “sozialpädogischen oder sozialaktivierenden Aufgabe”27 an den Schriftsteller erkannt und zu einem gewissen Grad sanktioniert wurde. Antonia Grunenberg schrieb in Bezug auf das Erscheinen von Heins Der fremde Freund, “dass das in der DDR, deren Leserschaft trotz Generationswechsel und literarischen Neuerungen noch immer auf das Niveau der Lebenshilfeliteratur und der positiven Helden eingeschworen ist, als Provokation aufgegriffen wird….”28 Im Kapitel über Christoph Heins Buch wird es zu untersuchen sein, ob die Schwierigkeiten in der Rezeption die gesamte Leserschaft betraf, oder nur einige wenige innerhalb der DDR-Literaturkritiker.

2-14 Ein wichtiger Aspekt darf bei der Fragestellung “Was ist DDR-Literatur?” nicht vergessen werden: Nämlich dass die westdeutsche Art der Rezeption von DDR-Literatur indirekt das “Wirkungs-Prinzip” derselben in den Vordergrund stellte und die “Literatur” darüber vergaß. Hinweisend auf fehlende Öffentlichkeit rief Monika Maron aus:

Mich überkommt beim Schreiben manchmal die unbezähmbare Lust, etwas ganz deutlich, ganz klar und eindeutig auszusprechen, nur weil ich es sonst nirgends lesen kann. Das sind dann die Stellen, die von meinen Lesern hier am gierigsten gelesen werden, von den West-Rezensenten am häufigsten zitiert, und die mir später in der Regel am wenigsten gefallen.29

2-15 So sieht Karl Corino in Flugasche in erster Linie eine Art Dokumentation aus einer DDR-Zeitungsredaktion, denn “Hermann Kants Impressum war eher Desinformation… »B. ist die schmutzigste Stadt Europas«, so müßte es heißen. Und was wird daraus? Ein Parteiverfahren und eine Kündigung.”30 Von einem schmerzhaften Entwicklungsprozeß der Protagonistin erfährt der Vorabinformierte nicht. Auch nicht, dass an dessen Ende die Kündigung Ergebnis des Entwicklungsprozesses ist, sie also von ihr aus geht.

2-16 Ein wenig subtiler und doch frei von jeder Oberlehrerhaftigkeit bedauert Heinrich Mohr, dass Loest “der brisanten Figur des Huppel (Kollege und Genosse an der Seite Wülffs in Es geht seinen Gang… - d. A.) kaum Entfaltung gegönnt hat. Wo doch gerade sie den Dialog mit der tabuisierten und unverstandenen Geschichte ermöglichen könnte… das hätte einen anderen Roman gegeben, der in der DDR kaum hätte erscheinen können.”31.In der Tat ist Wolfgang Leonhards Die Revolution entläßt ihre Kinder dort nie erschienen. Pikanterweise ist die Figur des Huppel genau die Figur, an die sich auch die offizielle DDR-Kritik stieß.

2-17 Einen selbstkritischen Blick auf die Arbeitsweise gibt ein Rezensent von Jurek Beckers Buch Schlaflose Tage, das “von einer ruhigen Entschiedenheit und Klarheit ist, die im übrigen auch jenes andere, oft problematische Verfahren westlicher Rezensenten beim Umgang mit Ost-Literatur überflüssig machen: das Zwischen-den-Zeilen-Suchen nach oppositionellem Hintersinn…”32

2-18 Lakonisch und sarkastisch heißt es bei Thomas Brasch zu einem Teil der westdeutschen Literaturkritik:

… seit ich in diesem Teil Deutschlands lebe, stelle ich immer häufiger fest, dass die Bücher von einem Teil der Kritik auf merkwürdige Weise rezipiert werden, als ei-ne Art Eingeborenenliteratur, die in einem fremdartigen Dschungel spielt und ihre Besonderheit darin hat, dass sie die Häuptlinge des Stammes anbellt, vergöttert oder ihnen listig ans Schienbein tritt.33

Parallelen bei der Beurteilung von Literatur in Ost und West: nur dass das ‘Dschungelmotiv’ in der DDR obsolet war und die Betragensnoten von den “Expertenteams der Verlage”34 und den Lesern vergeben wurden. Nicht allen westdeutschen Literaturwissenschaftlern kann man vorwerfen, dass der ideologiekritische Ansatz mit dem “wir-haben-es-ja-schon-immer-gewußt-Blick” vordergründigste Motivation war. Bei Sigrid Stahls Auseinandersetzung mit den Protagonisten der DDR-Literatur kommt der Literatur als Lebenshilfe und Medium der Einflußnahme ein großes Gewicht zu: “Wenn man die Wichtigkeit berücksichtigt, die der Literatur von seiten der SED beigemessen wird, erhält gerade die Verweigerung von Schriftstellern eine besondere Bedeutung, weil sie durch ihr öffentliches Nachdenken als Multiplikatoren wirken können.”35 Wie fragwürdig es ist, “Literatur auf Mut hin abzuklopfen”, macht Christoph Hein deutlich:

Mut ist … keine literarische Kategorie. Ich weiß nicht, ob Proust feige oder mutig war, das ist völlig belanglos. Folgt man dem wenigen, was man über Shakespeare und Moliére weiß, waren sie nicht allzu mutig. Das ist eine moralisch-persönliche Haltung, aber keine literarische Frage. Man klopft nun die DDR-Literatur auf “Mut” ab, und dann fallen plötzlich Personen wie die Anna Seghers durch diesen Raster; das wird dann albern.36

2-19 Über das damalige Selbstverständnis als Künstler in der DDR schenkte Wolf Biermann einem neuen Aspekt Achtung, nämlich “der familiären Verklammerung mit den Unterdrückern”.

Wir waren verfitzt, verfilzt und hochverschwägert mit unseren Widersachern. […] Margot Honecker … suchte mich heim in meiner Bruchbude. »Wolf, komm zur Vernunft! Hör auf mit solchen Liedern! Das geht zu weit!… « […] Und so redeten wir miteinander, … bis aufs Blut zerstritten, aber Familie…37

Dies ist eine Spielart und Teil dessen gewesen, was Hans-Joachim Maaz als eine wichtige Besonderheit des Lebens in der DDR ausmachte: die Infantilität.

Ein ganzes Volk wurde in ewiger »Kindheit« gehalten … Der Staat war der große, allwissende, immer recht behaltene, autoritäre, alles bestimmende Vater. Gegen den Staat und seine Entscheidungen gab es praktisch keine Rechtsmittel… Die Mutter (Partei) dominiert und beherrscht den Vater (Staat), der seine Depotenzierung dann mit besonderen Strenge an den Kindern (Volk) ausläßt. In der Tat war uns ja das Eingaberecht »gewährt«, und wenn wirklich mal zugunsten eines Bürgers entschieden wurde, war es in der Regel die Partei, die staatliche Entscheidungen korrigierte.38

2-20 In diesem Zusammenhang müssen auch die Rezensionen des “autoritären” DDR-Literaturkritikers Werner Neubert eingeordnet werden. Günter Kunert nahm zu dessen Methoden der Literaturkritik (speziell zu Werner Heiduczeks Tod am Meer und Erich Loests Es geht seinen Gang… ) Stellung. Neuberts Urteil sei ein amtliches, kein literaturkritisches:

Heiduczek hat angesichts der ‘Menschheitsrettung’ ‘Geschichtchen ausgepreßt’ - die erniedrigende Vorstellung der Defäkation ist beabsichtigt: Speien, sich selbst bespeien, ‘Geschichtchen auspressen’: damit ist der Autor in eine demütigende Kinderposition versetzt und der Rezensent in die des Erziehungsberechtigten (ältester Schule).39

2-21 Doch blieben Ausfälle dieser Art in der DDR-Literaturkritik die Ausnahme. Die mal mehr oder weniger subtilen Vorgehensweisen des Staates blieben auf die in “ewiger Kindheit gehaltenen” nicht ganz wirkungslos. So berichtete Monika Maron über DDR-Bürger, die sich, auf dem Weg zu ihren Verwandten in die Bundesrepublik befindend, wohlwollend und voller Dankbarkeit über die Polizei geäußert hatten. “… sogar eine schöne Reise habe man ihnen gewünscht, nein wirklich…. Die gesetzliche Rechtlosigkeit ist so weit verinnerlicht, dass das Zugeständnis minimaler Bürgerrechte als bedankenswerte Gnade empfunden wird.”40

2-22 Diese erwähnten Bruchstücke vergangener DDR-Realität sollen hier den Begriff repressives System, wie er in dieser Arbeit Verwendung findet, illustrieren. Das ersetzt die umfangreiche Konkretisierung des Begriffes, die Schilderung aller Konsequenzen, die sich aus der Tatsache ergeben, dass die DDR als Ort des Geschehens keine parlamentarische Demokratie mit Gewaltenteilung war. In der Auseinandersetzung der Protagonisten mit ihrer Umwelt wird das hemmende Moment der Gesellschaft in allen zu behandelnden Romanen thematisiert.

“Repression im sozialpsychologischen Sinne heißt Unterwerfung von Menschen unter den Willen Mächtiger und Anpassung an festgelegte Normen. Folgen solche Normen nicht mehr natürlichen Prozessen, sondern werden von wirtschaftlichen, militärischen oder ideologischen Interessen dominiert, sind massenweise Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse und normaler menschlicher Empfindungen die Folge.”41

2-23 Zwischen Selbstsicherheit und Selbstzweifel: Findung und Wahrung der Identität der Protagonisten. Die Identität des Menschen mit sich selbst, der Glaube an einen statischen Kern des Menschen soll bei der Betrachtung der vier Protagonisten (Ingenieur Wülff, Lehrer Simrock, Journalistin Nadler und der Ärztin Claudia) besondere Berücksichtigung finden. Die “Identität finden” impliziert, dass sie nicht bei jedem Protagonisten vorausgesetzt wird. Sie zu “wahren” verlangt nach der Erklärung, gegen wen und was sie gewahrt, behauptet werden muß. Mit Blick auf das Protagonistenensemble ergibt sich eine weitere Schwierigkeit: von welchem Menschen- bzw. Persönlichkeitsverständnis ist bei der Suche nach Identität, so sie denn unterstellt wird, auszugehen?

2-24 Peter Peters kritisiert Sigrid Stahls 1984 unternommenen Versuch der Subjektbeschreibung:

Statt zu reflektieren, was das Subjekt denn sei, das sich in den analysierten Texten den gesellschaftlichen Zusammenhängen immer entschiedener verweigert, wird es als Individuum vorausgesetzt, das in seiner Verweigerung Authentizität erfährt. Da an einer Subjektkonzeption allein festgehalten wird, in der ein sich selbst gewisses Ich der objektiven Welt gegenübersteht, wird ein mechanischer Bedingungszusammenhang zwischen gesellschaftlichem System und literarischem Werk behauptet.42

Der Terminus Subjekt ist seines Erachtens noch immer ein “diffuses Wort”, denn “es bezeichnet den Menschen als einzelnes Individuum ebenso wie ein überindividuelles Gesellschafts- und Geschichtssubjekt.” Mit dem Hinweis, dass die marxistisch-leninistische Philosophie, und mit ihr die DDR-Literaturwissenschaft, das Subjekt mit dem Individuum identifiziert hat und argumentativ der Gesellschaft unterstellte, - und somit das Verhältnis des Ichs zum Kollektiv als Hierarchie auflöste - , konstatiert Peters, dass die Autoren darauf mit der Darstellung des Kollektivs als Bedrohung des Subjekts reagierten. Das Kollektiv wurde mehr und mehr in Frage gestellt. Ziel seiner Arbeit ist ‘lediglich’ die “unterschiedlichen Positionen von Autoren in ihrer Behandlung der Subjektfrage vorzustellen, um so ein Spektrum entstehen zu lassen, in dem die Entwicklung und Tendenzen der DDR-Literatur insgesamt sichtbar werden.”43

2-25 Diese Arbeit wird den Subjektbegriff nicht aufgreifen, sondern vom einzelnen Individuum ausgehen und bedenken, inwieweit es sich einer besonderen Individualität, d.h. der Heraushebung aus der Masse der Individuen, bewußt ist44. Eine These soll sein, dass je weniger ein Mensch sich als ein Individuum begreift, d. h. je weniger er an die Einmaligkeit und Unteilbarkeit seiner Person glaubt, desto geringer wird die Möglichkeit für ihn, zu einer Identität mit sich selbst zu finden. Für ein Spektrum derart, dass eine Tendenz in der Gestaltung des Verhältnisses »Ich - Kollektiv« für die gesamte DDR-Literatur erkennbar wird, sind die vier Werke nicht ausreichend. Sie repräsentieren nur einen relativ kurzen Ausschnitt und lassen z. B. die jungen, “hineingeborenen” Autoren unberücksichtigt.

2-26 Mit dem Ende der DDR werden die Werke der DDR-Literatur als ein “endgültiges abgeschlossenes Kapitel in die Geschichte eingehen.” (Wittstock) Liegt hier die Betonung der DDR-Literatur auf ihre Abgeschlossenheit, sieht Bernd Hüppauf sie “verblassen”:

Das gilt gerade für die kritische Literatur. In dem Maß, in dem sich der »real existierende Sozialismus« aus den ökonomischen, politischen und mentalen Bedingungen der Gegenwart hinausbeförderte, gewann auch die Literatur, die sich an seiner Wirklichkeit abarbeitete, anachronistische Züge. Mut zum Widerstand verdient Achtung und wird in die Geschichtsbücher eingehen, qualifiziert aber noch nicht in ein Kapitel in der Literaturgeschichte.45

Ob der Pessimismus begründet ist, wird sich - durch die literarischen Werke selbst - zeigen. Warum er sich als unbegründet erweisen könnte, erklärt Hüppauf eigentlich selbst. “Was bei der Lektüre von Literatur bisher mitgedacht wurde, nämlich die gesellschaftlichen Verhältnisse im Sozialismus, gehört nicht mehr zum Konstitutionsprozeß des Lesens. … Die Texte der DDR-Literatur sind heute andere Texte als vor dem Fall der Mauer.”46 Das Schlußwort dieser Einleitung bleibt Jörg Magenau vorbehalten:

Es ist symptomatisch, dass auch die Fürsprecher eines verletzlichen, zu verteidigenden »Wesens« oder »Kerns« der Kunst nicht umhin können, der Literatur eine Bestimmung zu verleihen, wollen sie nicht zu Verteidigern des L´art pour l´art werden. Zur Bestimmung der Kunst wird deshalb die Zwecklosigkeit auserkoren. Kunst müsse, so heißt es, gegen alle Anmaßungen politisch-moralischer Utilitarismen geschützt werden. Und das ist wahr: der Kunst dürfen keine Zwecke von außen gesetzt werden, denn sie ist autonom. Kunst ist per se ein Gegenmodell zu ökonomischem und politischem Utilitarismus. Doch muß man deshalb der Kunst verbieten, sich selbst Zwecke zu setzten? Engagement - und andere Verbote sind ihrerseits vormundschaftliche Anmaßung und Angriff auf die Autonomie der Kunst. Wenn Kunst frei sein soll, muß sie auch die Freiheit zur politischen Intervention haben. Kunst ist vielfältiger, als die Verteidiger ihres reinen »Wesens« gerne wahrhaben möchten.47

1 vgl. Kleinschmidt, Harald: »Es werden uns noch ganz schöne Hummeln um die Ohren fliegen« Zum VIII. Schriftsteller-Kongreß der DDR. In: Deutschland-Archiv, H.7/1978, Köln 1978 und Jäger, Manfred: Kultur und Politik in der DDR. Ein historischer Abriß. Köln 1982, S. 163
2 Zit. n.: Jäger, Manfred, s. Fußn. 3, S. 181
3 Maron, Monika: Geformt durch die gleiche Kultur. In: ZEIT-Magazin, Nr.45/1987
4 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 7
5 Emmerich, Wolfgang: Der verlorenen Faden. Probleme des Erzählens in den siebziger Jahren. In: Hohendahl/Herminghouse (Hrg): Literatur der DDR in den siebziger Jahren, Frankfurt/M. 1983, S. 176
6 Stahl, Sigrid: Der Ausbruch des Subjekts aus gesellschaftlicher Konformität. Frankfurt/M. 1984, S. 5
7 Kaufmann, Hans: Zur DDR-Literatur der siebziger Jahre. In: ders.: Über DDR-Literatur, Beiträge aus 25 Jahren. Berlin, Weimar 1986, S. 149
8 Emmerich, Wolfgang: Status melancholicus. Zur Transformation der Utopie in der DDR-Literatur. In: Literatur in der DDR, Rückblicke, Sonderband Text + Kritik, Hrg. Heinz Ludwig Arnold und Frauke Meyer-Gosau, München 1991,S. 239
9 ebd.
10 Zit. n.: Bark, Joachim: Erzählliteratur in der DDR (1976-1989), Stuttgart 1993
11 Hell, Julia: Christoph Hein´s Der Fremde Freund/Drachenblut and the Antinomies of Writing under <Real Existing Socialism>. In: Colloquia Germanica, Band 25, H. 3/4, 1992, S. 308
12 ebd. S. 333
13 Zit. n. Jäger, Andrea: Schriftsteller-Identität und Zensur. In: Literatur in der DDR, Rückblicke, Sonderband Text + Kritik, Hrg. Heinz Ludwig Arnold und Frauke Meyer-Gosau, München 1991, S. 139
14 Saeger, Uwe: DDR-Literatur: politisch verstrickt. In: Die politische Meinung, Nr. 298, 9/1994, S. 88
15 Antonia Grunenberg (ZEIT, Apr. 1994) verglich den Streit über die DDR-Gesellschaft mit dem der Exilanten (Th. Mann) und den “inneren Emigranten” (Molo) nach 1945 und glaubt, drei Motive wiederzufinden: 1. das des “stellvertretenden Leidens” der im Lande verbleibenden, 2. das des Verrats der Gehenden an Dtschl. /DDR und 3. das Motiv der Selbstrechtfertigung der Gebliebenen
16 Kleines Lexikon A-Z, Leipzig 1959, S. 189
17 Honecker, Erich: Bericht des Zk der SED an den 9. Parteitag der SED, Berlin 1976, S. 102
18 Honecker, Erich: Bericht des Zk der SED an den 10. Parteitag der SED, Berlin 1981, S. 107
19 Jäger, Andrea: s. Fußn. 16, S. 144, Die Ursache für die Überbewertung der Literatur sieht sie darin, daß in der Wirtschaft aufgrund fehlender Konkurrenz völlig uneigenützige Arbeiter vonnöten war, deren selbstlose sozialistische Moral Literatur mit ausprägen helfen sollte. Der Sozialistische Realismus, da beliebig anwendbar, diente lediglich zur Legitimation von Zensururteilen: die Zensurpraxis selbst war eine Praxis der Staatsicherheit. - Die Fomulierung “also in den Köpfen des Volkes erfolgreich verankert war” verdiente m. E. eingehendere Erläuterung.
20 Becker, Jurek: Die Wiedervereinigung der deutschen Literatur. In: Text und Kritik 116: Jurek Becker, München 1992, S. 77
21 Maron, Monika: s. Fußn. 5
22 Löffler, Sigrid: “Die alten Themen habe ich noch, jetzt kommen neue dazu”. Gespräch mit Christoph Hein (März 1990), in: Lothar Baier (Hrg.): Christoph Hein, Texte, Daten, Bilder, Frankfurt a.M. 1990, S. 37
23 Grüning, Uwe: DDR: die dichterische Gegenwelt. In: Die politische Meinung, Nr. 292, 3/1994, S. 47
24 Becker, Jurek: s. Fußn. 22, S. 79
25 ebd. S. 78
26 DDR-Literaturentwicklung in der Diskussion, H. Haase, W. Hartinger, U. Heukenkamp, K. Jarmatz, J. Pischel, D. Schlenstedt. In: Weimarer Beiträge., H. 10/1984, S. 1590, siehe auch Weimarer Beiträge H. 7/1979: Gespräch mit jungen Autoren wie Stefan Ernst: “Und wenn nur die eine Wahrheit existiert, nämlich die öffentliche, … Aber da gibt es ja noch die Wahrheit in den Büchern, im Kunstwerk. Die Kunst als Lebenshilfe.”
27 Emmerich, Wolfgang: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Darmstadt 1989, S. 17
28 Grunenberg, Antonia: Geschichte und Entfremdung. Christoph Hein als Autor der DDR. In: Klaus Hammer (Hrg.): Chronist ohne Botschaft - Christoph Hein. Ein Arbeitsbuch. Berlin, Weimar 1992, S. 79
29 Maron, Monika: Geformt durch die gleiche Kultur. In: ZEIT-Magazin, Nr.45/1987
30 Corino, Karl: Dann wird eben nicht zu Ende gedacht. Monika Marons Roman »Flugasche« und der Journalismus in der DDR. In: Deutsche Literatur 1981. Ein Jahresrückblick, Stuttgart 1982, S. 175
31 Mohr, Heinrich: Mühen in unserer Ebene. Erich Loest und sein neuer Roman. In: Deutschland-Archiv, H.8/1978, Köln 1978, S. 877
32 Becker, Rolf: Anfang der Aufrichtigkeit. Jurek Becker: Schlaflose Tage. In: Der Spiegel v. 6.3.1978, S. 211
33 Zit. n.: Stahl, Sigrid: Der Ausbruch des Subjekts aus gesellschaftlicher Konformität. Frankfurt/M. 1984, S. 8
34 vgl. Interview mit Elmar Faber. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 76, 24.9.1993, S. 12
35 Stahl, Sigrid: s. Fußn. 35, S. 109
36 Bischof, Alois: »Mut ist keine literarische Kategorie« Gespräch mit Christoph Hein (1985). In: Lothar Baier (Hrg.): Christoph Hein, Texte, Daten, Bilder, Frankfurt a.M. 1990, S. 95
37 Biermann, Wolf: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. In: Thomas Anz (Hrg.): Der Literaturstreit im vereinten Deutschland, München 1991, S. 149
38 Maaz, Hans Joachim: Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR. München 1992, S. 85f
39 Kuner, Günter: Deutschkunde. In: Die Zeit, Nr. 47/1978. Zit. n.: Stahl, Sigrid: Der Ausbruch des Subjekts aus gesellschaftlicher Konformität. Frankfurt/M. 1984, S. 248
40 Maron, Monika: Kein Recht, sondern Gnade. In: ZEIT-Magazin, Nr.41/1987, S. 6
41 Maaz, Hans Joachim: s. Fußn. 40, S. 57
42 Peters, Peter: Ich Wer ist das. Aspekte der Subjektdiskussion in Prosa und Drama der DDR (1976-1989), Frankfurt/M. 1993, S. 6
43 Peter Peters: s. Fußn. 44, S. 8ff
44 vgl. Psychologisches Wörterbuch herausgeg. von Friedrich Dorsch, Bern 1991, S. 304
45 Hüppauf, Bernd: Moral oder Sprache. DDR-Literatur vor der Moderne. In: Literatur in der DDR, Rückblicke, Sonderband Text + Kritik, Hrg. Arnold, Heinz Ludwig und Meyer-Gosau, Frauke, München 1991, S. 228
46 ebd. S. 229
47 Magenau, Jörg: Strukturelle Befangenheiten. Die Intellektuellen-Debatte. In: Verrat an der Kunst? Rückblicke auf die DDR-Literatur. Berlin, Weimar 1993, S. 62